Hauptversammlung wird Anfang 2019 über Squeeze-out-Antrag entscheiden Diebold Nixdorf drängt Kleinaktionäre raus

Paderborn/North Canton(WB). Der US-Konzern Diebold Nixdorf Inc. will künftig auch bei der Paderborner Diebold Nixdorf AG (früher Wincor Nixdorf AG) uneingeschränkt Herr im eigenen Haus sein. Aktuell werden noch 6,1 Prozent des Grundkapitals von Kleinanlegern gehalten.

Von Bernhard Hertlein
Die Diebold Nixdorf Inc. will künftig auch bei der Paderborner Diebold Nixdorf AG (früher Wincor Nixdorf AG) uneingeschränkt Herr im eigenen Haus sein.
Die Diebold Nixdorf Inc. will künftig auch bei der Paderborner Diebold Nixdorf AG (früher Wincor Nixdorf AG) uneingeschränkt Herr im eigenen Haus sein. Foto: Jörn Hannemann

Das sind etwa zwei Millionen Aktien. Die Minderheitsaktionäre sollen im Rahmen eines Squeeze-out-Verfahrens ganz aus dem Unternehmen herausgedrängt werden. Dafür erhalten sie nach Angaben von Konzernsprecher Ulrich Nolte eine »angemessene« Barabfindung, deren Höhe allerdings noch nicht feststeht.

Zunächst wird den Angaben zufolge ein Verschmelzungsvertrag mit der deutschen Diebold-Nixdorf-Holding ausgehandelt werden, dem der Aufsichtsrat der Paderborner Diebold Nixdorf AG zustimmen muss. Danach werden die Aktionäre letztmals zu einer außerordentlichen Hauptversammlung zusammenkommen. Diese soll voraussichtlich im ersten Quartal 2019 stattfinden.

Garantiedividende von 3,13 Euro je Aktie

Nach dem Squeeze out wird die bisher in Frankfurt gehandelte Aktie der Diebold Nixdorf AG vom Börsenzettel verschwinden. Damit enden auch die bisher geltende Garantiedividende von 3,13 Euro je Aktie sowie die teuren Verpflichtungen hinsichtlich regelmäßiger Publikationen und der Einberufung von Hauptversammlungen.

Aktuell hält der Mutterkonzern in North Canton im US-Staat Ohio 93,9 Prozent der Aktien an dem Paderborner Tochterunternehmen. Seit der Bekanntgabe des noch geltenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages im September 2016 liegt ein Barabfindungsangebot in Höhe von 55,02 Euro je Aktie vor, das von den meisten Kleinaktionären angenommen wurde.

Dieses gilt bis zur Einberufung der außerordentlichen Hauptversammlung weiter. Würde der Anteil von Diebold Nixdorf über 95 Prozent steigen, könnte sich die Art des Squeeze out geringfügig ändern. Nach Aussage aus Paderborn hätte dies aber keine größere Auswirkungen auf den Verfahrensablauf bzw. auf die wirtschaftliche Stellung der Kleinaktionäre.

Kurs deutlich über dem Abfindungsangebot

Die Höhe der bisherigen Barabfindung ist, wie berichtet, gerichtlich angefochten worden. Im folgenden Spruchverfahren hat das Landgericht Dortmund die mündliche Verhandlung für den 29. November festgesetzt. Gestern stieg die Aktie der Diebold Nixdorf AG von etwa 59 auf über 62 Euro. Damit liegt der Kurs nun deutlich über dem Abfindungsangebot.

Am 1. Oktober 2018 waren es 50 Jahre her, dass Heinz Nixdorf die Nixdorf Computer AG als Nachfolger seines Labors für Impulstechnik in Essen gegründet hat. Unter den Namen Siemens Nixdorf und Wincor Nixdorf spezialisierte sich das Unternehmen endgültig auf Bankautomaten sowie Kassensysteme für den Einzelhandel. Von den 9000 Beschäftigten arbeiten 1700 am Standort Paderborn.

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