Betriebsrat erwartet Stellenabbau bei Paderborner Möbelhändler Finke verkauft an Berliner Höffner-Gruppe

Paderborn (WB). Paukenschlag im Möbelhandel: Wilfried Finke (67) verkauft seine Paderborner Einrichtungshausgruppe an den Berliner Wettbewerber Höffner. Es dürfte einer der größten Deals in der OWL-Geschichte sein.

Von Oliver Horst
Das Finke-Einrichtungshaus in Paderborn: Hier befindet sich auch die Verwaltung
Das Finke-Einrichtungshaus in Paderborn: Hier befindet sich auch die Verwaltung Foto: Besim Mazhiqi

Finke informierte am Freitag die Beschäftigten am Stammsitz persönlich über den Verkauf der Gruppe mit 1600 Mitarbeitern und rund 300 Millionen Euro Jahresumsatz. Sie besteht aus sechs Finke-Einrichtungszentren, fünf Filialen des Möbeldiscounters »Preisrebell« sowie einem Küchenfachmarkt.

Die Übernahme muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. In einer Pressemitteilung hieß es, dass Wilfried Finke mit diesem Schritt eine Nachfolgelösung gefunden habe, »seine Unternehmensgruppe für die Zukunft stabil aufzustellen«. Für Höffner sei es »ein folgerichtiger Schritt, die eigene Gruppe zu stärken und die jahrelange, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Finke-Gruppe fortzusetzen«. Seit 2010 besteht eine Einkaufskooperation. Weitere Details wurden nicht mitgeteilt. Der Kaufpreis dürfte im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Der Finke-Betriebsrat rechnet mit einem Jobabbau, ohne Zahlen zu nennen. In Paderborn sind es 660 Mitarbeiter.

Sohn möchte die Gruppe nicht führen

Wilfried Finke hat sich auch als langjähriger Präsident und Sponsor des Fußball-Zweitligisten SC Paderborn einen Namen gemacht. Er hatte die Gruppe selbst aufgebaut, nachdem er 1978 die Geschäftsführung des von seinem Vater 1959 gegründeten Möbelhauses übernommen hatte. Seine beiden Kinder hielten jeweils zehn Prozent am Unternehmen. Zuletzt zeichnete sich ab, dass Finkes Sohn, der seit fünf Jahren an der Seite des Vater arbeitete, die Gruppe nicht führen möchte.

Mit Höffner übernimmt die Nummer drei der Branche in Deutschland (nach Ikea und XXXLutz) die Paderborner Gruppe. Das von der Familie Krieger geführte Unternehmen mit 19 Möbelhäusern, 6000 Mitarbeitern und 2,1 Milliarden Umsatz will sich dem Bielefelder Einkaufsverband Union anschließen. Den Einstieg in den ostwestfälischen Markt plant derweil XXXLutz. Die Österreicher wollen in Herford auf 8000 Quadratmetern in einem früheren Baumarkt Möbel anbieten.

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