Paderborner Werbegemeinschaft empfängt Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft im Rathaus »Hier funktioniert das Miteinander«

Paderborn (WB). Mit dem 35. VIP-Abend hat die Paderborner Werbegemeinschaft gestern den Startschuss für das Frühlingsfest gegeben. Zahlreiche Würdenträger aus Politik und Wirtschaft waren ins Historische Rathaus gekommen.

Von Jürgen Vahle
Vor einer Vielzahl von Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft hat Anne Kersting die Pläne der Paderborner Werbegemeinschaft skizziert. Die Festrede hielt Elmar Brok. Begrüßt wurden die Gäste von Bürgermeister Michael Dreier (links).
Vor einer Vielzahl von Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft hat Anne Kersting die Pläne der Paderborner Werbegemeinschaft skizziert. Die Festrede hielt Elmar Brok. Begrüßt wurden die Gäste von Bürgermeister Michael Dreier (links). Foto: Jörn Hannemann

Werbegemeinschaftsvorsitzende Anne Kersting und ihre Mitstreiter hatten den Abend unter das Oberthema »Europa« gestellt – und mit Elmar Brok eine der wichtigen Persönlichkeiten der europäischen Politik eingeladen. Kersting nutze die Gelegenheit aber auch, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und die Projekte für 2018 vorzustellen.

»Mister Frühlingsfest«

Manfred Schlaffer ist beim VIP-Empfang der Werbegemeinschaft gestern Abend im Rathaus mit der Goldenen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet worden. Eine sehr seltene Ehre, denn vor ihm hatten die Nadel nur zwei Persönlichkeiten erhalten – Klaus Bruns und Ferdinand Klingenthal. Manfred Schlaffer, ehemaliger Chef der Veranstaltungen im Kulturamt der Stadt Paderborn, gilt bei der Werbegemeinschaft als »Mister Frühlingsfest«. Seit 34 Jahren stehe er nicht nur den Gewerbetreibenden in Kulturfragen mit Rat und Tat zur Seite, sondern habe das Frühlingsfest mit seinem reichen Kulturprogramm »maßgeblich mit aufgebaut, gestaltet und organisiert«, lobte Werbegemeinschaftsvorsitzende Anne Kersting in ihrer Laudatio.

Für die Vorsitzende steht fest, dass Paderborn als Einkaufsstadt immer mehr an Attraktivität gewinnt. Sehenswürdigkeiten wie der Dom seien für Gäste zudem »wichtige Ankerpunkte«. Die Werbegemeinschaft wolle daher »mit Leidenschaft für Paderborn« dazu beitragen, dass dieser Anspruch gehalten werden könne.

Lange Donnerstag

Ein Mittel sei der wieder eingeführte Lange Donnerstag, der übrigens auch heute – wie an jedem ersten Donnerstag im Monat – stattfindet. Bis 22 Uhr locken nicht nur die Geschäfte, sondern heute und in Zukunft eine »Naschzeile« mit Käse, Antipasti, Hotdogs, Burger und Bier, aber auch mit leichter Hintergrundmusik und netten Sitzgelegenheiten vor das Rathaus. »Damit schaffen wir einen Treffpunkt in der Stadt«, sagte Kersting.

Auch das Mega-Picknick »Paderbrunch« sei eine Aktion, mit der die Werbegemeinschaft Leben in die City hole. In diesem Jahr findet die Aktion zum vierten Mal am 3. Juni von 11 Uhr an auf dem frisch sanierten Marktplatz statt. »Einige Tische sind noch zu haben«, warb Anne Kersting.

Am kommenden Wochenende stehe nun aber mit dem Frühlingsfest eine Veranstaltung von großem Publikumsinteresse an. Umsonst und draußen können auf dem Rathausplatz diesmal die Band Stanfour (am Freitag) und Sänger Laith Al Deen (am Samstag) erlebt werden. Das Frühlingsfest sei »ein Klassiker, der jung und beweglich geblieben ist«, sagte Anne Kersting auch mit Blick auf das erneut veränderte Kulturprogramm.

»Hier funktioniert das Miteinander!«

In der Rückschau wies Anne Kersting auf das gute Miteinander in Paderborn hin – so auch zwischen Werbegemeinschaft, Kirchengemeinden und Metropolitankapitel. Sicher war dies auch ein dezenter Hinweis darauf, wie ungerecht es Gewerbetreibenden und viele Kunden derzeit empfinden, dass die Gewerkschaft Verdi trotz vieler Zugeständnisse weiter gegen den geplanten verkaufsoffenen Sonntag zu Libori in Innenstadt und Peripherie klagen will. Anne Kersting lobte das Late-Night-Shopping in Kombination mit der Nacht der offenen Kirchen am 2. Oktober als ein Beispiel, bei der Werbegemeinschaft und Kirche viele Menschen in der Stadt zusammenführe. »Hier funktioniert das Miteinander!«

Festredner Elmar Brok zeichnete in seiner 90-minütigen Rede ein düsteres Bild von der Zukunft Europas, wenn nicht alle bereit seien, den europäischen Gedanken zu leben. »Ich glaube, ich habe in diesem Rathaus noch nie eine so pessimistische Rede gehalten«, wertete Brok seine Worte anschließend. Aber er wolle wach rütteln. Für seinen Auftritt in Paderborn habe er eine Einladung zum Abendessen im belgischen Königshaus abgesagt. Noch am Abend wollte er sich aber wieder auf den Weg nach Brüssel machen. (Bericht folgt)

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