Jahreskonzert des Musikschul-Orchesters in der Paderhalle Nachwuchs bestens aufgelegt

Paderborn (WB). An der Städtischen Musikschule in Paderborn wird Nachwuchsförderung groß geschrieben. Davon konnten sich die zahlreichen Zuhörer beim alljährlichen Musikschulkonzert in der Paderhalle erneut überzeugen.

Von Juliane Fröhling
Das Orchester der Städtischen Musikschule Paderborn zeigt beim Jahreskonzert in der Paderhalle, was es in den vergangenen Monaten gelernt hat. Musikschulleiter Jürgen Boelsen dirigiert das Ensemble gewohnt einfühlsam.
Das Orchester der Städtischen Musikschule Paderborn zeigt beim Jahreskonzert in der Paderhalle, was es in den vergangenen Monaten gelernt hat. Musikschulleiter Jürgen Boelsen dirigiert das Ensemble gewohnt einfühlsam. Foto: Juliane Fröhling

Schon die jüngsten Teilnehmer demonstrieren eindrucksvoll, dass bereits im jungen Alter viel Wert auf Förderung und das musikalische Zusammenspiel gelegt wird. Unter der Leitung von Marion Telgenbüscher und Claus Hütterott musizieren sie das Menuett aus der »Feuerwerksmusik« von Georg Friedrich Händel und den »Fiddle-Kids-Rag«. Dabei wird der gesamte Körper eingesetzt, denn die Füße dienen als Rhythmusinstrument. Aufmerksam reagieren die jungen Musiker auf das Dirigat von Marion Telgenbüscher und setzen dabei Dynamikunterschiede gekonnt ein. Claus Hütterott ist währenddessen eine gute Stütze am Klavier.

Traditionelle Klänge

Traditionelles gibt es mit der »Spiritual-Suite« zu hören, die vom Jugendorchester unter der Leitung von Alexandra Herdieckerhoff vorgetragen wird. Bei bekannten Melodien wie »Oh Susanna«, »Go, Tell It To the Mountain« oder dem »Cowboy Song« klingen kanonartige Verschiebungen gut einstudiert. Das gesamte Ensemble lässt sich von dissonanten Klängen nicht irritieren und ist intonatorisch sauber. Die Holzbläser meistern ihre vielen solistischen Einsätze souverän.

Nahtlos weiter geht es mit dem Sinfonieorchester der Städtischen Musikschule. Leiter Jürgen Boelsen beweist dabei mit der Auswahl von bekannten Stücken wieder einmal ein glückliches Händchen. So erklingt zu Beginn die »Rhapsody In Blue« von George Gershwin. Eigentlich als Orchesterstück mit ungewöhnlicher Besetzung komponiert, hat Ferde Grofé mehrere Bearbeitungen ausgearbeitet, die unter anderem dem Klavier eine wichtige Rolle zuordnen.

Diesen Part übernimmt der Schüler Felix Dransfeld aus der Klasse von Marianne Wiemann, der mit seiner virtuos anmutenden Spieltechnik begeistert. Dabei wechseln sich lange solistische Teile mit großem Orchestertutti ab, die die Jazz- und Kunstmusik miteinander verbinden.

Eingespieltes Team

Orchester und Solist sind ein perfekt eingespieltes Team, das Temposchwankungen gut löst und sich aufeinander einlässt. Schwelgender Streicherklang und satter Blechbläsersound ergänzen sich beeindruckend und lassen genügend Raum für Felix Dransfeld, der in der Musik aufgeht und das Publikum mitreißt. Dies zeigt sich auch im begeisterten, stehend gespendeten Applaus, der eine Zugabe unerlässlich macht.

Mit vollem Klang geht es auch in der »Suite für Jazzorchester« von Dmitri Schostakowitsch weiter, aus der Marsch, Tanz, Walzer und das Finale zu hören sind. Jürgen Boelsen gelingt es immer wieder, auch die feinen Passagen hervorzuheben und die lauten Tutti-Stellen gut auszugleichen. Unter anderem die Holzbläser zeigen in vielen kurzen Soloparts ihr Können. Der jazzige Stil wird mit einem Medley aus Gershwins Oper »Porgy And Bess« fortgesetzt. So manche bekannte Melodie ist heute zum Jazz-Standard geworden und wird durch das Sinfonieorchester eindrucksvoll in Erinnerung gerufen.

Die abschließende Zugabe aus der Schostakowitsch-Suite mit allen Beteiligten bietet ein eindrucksvolles Seh- und Hörerlebnis und zeigt, dass die Arbeit der Musikschule nach wie vor eine kulturelle Bereicherung für die Paderborner Region darstellt.

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