Zukunft Zivilbeschäftigter des britischen Militärs steht im Mittelpunkt des Empfangs - mit Video Mai-Demo im Zeichen der Solidarität

Paderborn (WB/mai). Dem  Motto »Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit« sind die Mai-Kundgebung am Theodorianum und der Arbeitnehmer-Empfang am Vorabend im Rathaus gleich in mehrfacher Hinsicht gerecht geworden.

Mehr als 400 Menschen haben sich an der Maikundgebung des DGB in Paderborn beteiligt.
Mehr als 400 Menschen haben sich an der Maikundgebung des DGB in Paderborn beteiligt. Foto: Besim Mazhiqi

Von Solidarität geprägt war der Arbeitnehmerempfang am Montagabend, zu dem neben  den streikenden Mitarbeitern des Faethe-Labors auch die  Zivilangestellten der britischen Streitkräfte eingeladen waren, die gerade erst zum 31. Dezember 2019 ihre Kündigung erhalten haben.

»Wir sichern Ihnen unsere Zusammenarbeit und Unterstützung zu«, bekräftigte Bürgermeister Michael Dreier gestern noch einmal bei seiner Begrüßung zum Tag der Arbeit. Der Abzug der britischen Streitkräfte berge zwar eine Riesenchance für die Stadtentwicklung, aber bedeute eben auch die Kündigung für etwa 650 Beschäftigte.

Solidarität mit Zivilbeschäftigten der Streitkräfte

Die Stadt Paderborn, die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer sowie die Kreishandwerkerschaft hätten einen Runden Tisch gegründet, bei dem es darum gehe, den Beschäftigten, deren Durchschnittsalter über 50 Jahren liegt, eine Perspektive zu bieten. Allein die Stadt habe inzwischen drei Hausmeister und mehrere Feuerwehrkräfte übernommen, berichtete Dreier.

Gerechtigkeit in Form eines Azubi-Tickets

Gerechtigkeit forderte die Gewerkschaftjugend. Ähnlich wie das Semesterticket für Studenten, solle ein Azubi-Ticket eingeführt werden, damit auch diese Bus und Bahn preisgünstig nutzen können. Das käme letztendlich auch der Wirtschaft zugute, weil es für die Auszubildenden dann attraktiver werde, auch Lehrstellen im Außenbereich anzunehmen. Außerdem werde die gesellschaftliche Teilhabe gefördert.

Vielfalt statt Hetze gegen Minderheiten

Für Vielfalt warb Hauptredner Richard Rohnert von der IG Metall-Bezirksleitung NRW. Er erinnerte daran, dass die AfD den Tag der Arbeit nutze, um unter dem Motto »Sozial ohne rot zu werden« Kundgebungen zu organisieren. »Das Einzige, was die ohne rot zu werden machen, ist lügen«, sagte Rohnert. »Sie verkaufen sich als sozial – dabei sind sie das Gegenteil.« Die AfD wolle den »kleinen Leuten« nicht helfen. Sie stehe vielmehr für Privatisierung, Abbau der sozialen Sicherung und den Rückzug des Staates.

»Und das bisschen, was es aus Sicht der AfD noch an Solidarität zu verteilen gibt, soll ausschließlich an Deutsche gehen. Das ist mittelalterlich«, stellte Rohnert fest. Die Gewerkschaften hingegen stünden für Respekt und Solidarität, für Toleranz und Weltoffenheit, für sozialen Fortschritt sowie Beteiligung und Demokratie. »Wo waren sie denn, diese angeblichen Anwälte der kleinen Leute, als wir für Mindestlöhne, auskömmliche Renten und gute Arbeit gekämpft haben?«. Hetze gegen Minderheiten helfe nicht gegen Ungerechtigkeit. 

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