Paderborn: Seit Montag Grabungen neben der Benteler-Arena – mit Video Kripo sucht nach 37 Jahren Spuren von Katrice (2)

Paderborn (WB). Fast 37 Jahre nach dem  Verschwinden der zweijährigen Katrice Lee in Paderborn haben Ermittler am Montag überraschend mit Grabungen in der Nähe der dortigen Benteler-Arena begonnen.

Von Christian Althoff
Zwischen der B 1 und der Benteler-Arena gruben Soldaten am Montag ein Loch, in das Aushub von anderen Stellen gesiebt werden soll.
Zwischen der B 1 und der Benteler-Arena gruben Soldaten am Montag ein Loch, in das Aushub von anderen Stellen gesiebt werden soll. Foto: Jörn Hannemann

Katrice war am 28. November 1981, ihrem zweiten Geburtstag, während eines Einkaufs mit ihrer Mutter im britischen Armee-Supermarkt in Paderborn-Schloß Neuhaus verschwunden. Ertrank das Mädchen in der nur etwa 100 Meter entfernten, hochwasserführenden Lippe? Dagegen spricht nach Überzeugung einiger Ermittler, dass die Leiche nie gefunden wurde.

2012 rollte die »Special Investigation Branch«, die Kripo der britischen Armee, den Fall neu auf und suchte in Großbritannien und Deutschland nach neuen Zeugen. 2017 veröffentlichte die Sonderkommission das Phantombild eines Mannes, das kurz nach dem Verschwinden des Mädchens hergestellt wurde.

Suche nach einem grünen Auto

Ein Augenzeuge sah damals, wie dieser Mann zum Zeitpunkt von Katrice’ Verschwinden am Supermarkt ein kleines Kind zu einem grünen Auto trug. Der Wagen wird als Limousine beschrieben. Richard O’Leary, der inzwischen die Ermittlungen leitet: »Wir haben jetzt die Aussage eines Zeugen, der am Tag nach Katrice’ Verschwinden ebenfalls einen grünen Wagen gesehen haben will.«

Er soll auf einer Brücke über die Alme gestanden haben, unmittelbar neben der heutigen Benteler-Arena. Der Fahrer soll dem Phantombild ähnlich gesehen haben.

Was passierte mit Katrice?

Die Kripo hält es für möglich, dass das Mädchen in einer anderen Familie aufwuchs und heute eine erwachsene Frau ist, die nichts von ihrer Entführung ahnt. Sie müsste auf dem Rücken unten rechts neben der Wirbelsäule ein Muttermal haben und wurde möglicherweise wegen ihres schielenden linken Auges operiert.

Möglich ist aber auch, dass Katrice nach ihrer Entführung getötet und ihre Leiche versteckt wurde. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Paderborn wollen britische Experten deshalb in den kommenden fünf Wochen das Ufer der Alme untersuchen. Zu der 100-köpfigen Mannschaft gehören neben Militärs auch zivile Forensiker.

»Harte fünf Wochen«

Zur Vorbereitung hoben Soldaten am Montag mit einem Bagger ein großes Loch neben dem Fluss aus. Darin soll Erdreich gelagert werden, nachdem es am Ufer abgetragen und auf Spuren untersucht wurde. Damit die Ermittler in Ruhe arbeiten können, wurden hohe Gitterzäune aufgestellt und mit schwarzer Folie blickdicht gemacht.

Am Donnerstag erwartet die Polizei Richard Lee vor Ort – den Vater von Katrice. Er hofft, endlich Klarheit zu bekommen. »Es werden harte fünf Wochen«, sagte der 68-Jährige der BBC über die neue Suche. 

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