Kaum Geld für Anleger Nach Safeguard-Insolvenz werden Kunden wohl leer ausgehen

Paderborn (WB). Die von der Insolvenz der Paderborner Safeguard GmbH betroffenen Anleger werden vermutlich leer ausgehen. Das geht aus dem Bericht des Insolvenzverwalters zur ersten Gläubigerversammlung am Donnerstag hervor.

Von Maike Stahl

Demnach haben 780 Anleger etwa 11 Millionen Euro über die Safeguard GmbH in Form von Genussscheinen und Festzinsanlagen investiert. Bislang haben sie Forderungen in einer Gesamthöhe von 3,67 Millionen Euro bei Insolvenzverwalter Frank Schorisch angemeldet. Schorisch teilte der Versammlung mit, dass er damit rechnet, 500.000 Euro Insolvenzmasse zu generieren. Demgegenüber stünden nicht-nachrangige Forderungen von 410.000 Euro und die Verfahrenskosten.

Weitere Forderungen von Anlegern?

Schorisch rechnet laut Bericht mit weiteren Forderungen von Anlegern, stuft diese jedoch aufgrund der Anlagebedingungen als nachrangig ein. Das bedeutet, dass zunächst die Forderungen der direkten Gläubiger bedient werden.

Unter anderem habe die Safe­guard GmbH Steuern und Sozialversicherungsbeiträge bereits seit Jahren nicht oder nicht vollständig beglichen, »weshalb es seit 2016 verstärkt zu Zwangsvollstreckungsmaßnahmen über die Safeguard GmbH gekommen ist«, heißt es in dem Bericht. Auch Löhne seien zuletzt nicht gezahlt worden. Einige ehemalige Anleger klagten zudem erfolgreich auf Erstattung der geleisteten Einlage. Dabei handele es sich teilweise um sechsstellige Beträge.

Keine vollständige Klarheit hat der Insolvenzverwalter laut Bericht in Bezug auf den Zahlungsverkehr mit weiteren Firmen des Geflechts, wie der Wirtschaftsforum Künsting AG, der Makler Fair-Group GmbH, der Künsting Immobilien GmbH & Co KG sowie der Benefitmakler GmbH. Auf Überweisungen sei teilweise kein Verwendungszweck angegeben.

Als Gründe für die Insolvenz hat Geschäftsführer Edgar K. laut Bericht angegeben, dass die im Firmenbesitz befindliche Immobilie an der Detmolder Straße nicht wie geplant verkauft werden konnte. Außerdem habe die IHK Bielefeld im November 2017 die Erlaubnis für die Tätigkeit als Versicherungsmakler aufgrund bestehender Steuerrückstände widerrufen.

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