Heimatverein soll Vorschlag für die Straßenbenennung im Baugebiet Springbach Höfe überarbeiten Zu wenig Frauennamen im Künstlerquartier

Paderborn (WB/mai). Das Neubaugebiet Springbach Höfe soll nach Vorstellung des Heimatvereins ein Künstlerquartier werden – zumindest wenn es nach den Straßennamen geht. Entsprechende Vorschläge hat der Verein dem Bauausschuss zum Beschluss vorgelegt.

Der tat sich am Donnerstagabend allerdings schwer mit der Zustimmung. Ein Künstlerquartier an sich stieß zwar auf Gegenliebe, dass von elf vorgeschlagenen Namensgebern allerdings nur zwei weiblich sind, kam im Ausschuss weniger gut an.

Der Paderborner Heimatverein, der jeweils das Vorschlagsrecht bei der Namenswahl für Plätze und Straßen besitzt, hat die Bergmann-Michel-Straße und den Edith-Ostendorf-Weg in seinen Vorschlag aufgenommen.

Erstere soll an Ella Bergmann-Michel (1895-1971) erinnern. Die in Paderborn geborene Malerin, Fotografin und Dokumentarfilmerin gilt als eine Pionierin der klassischen Moderne, insbesondere des Dadaismus und Surrealismus. Der Edith-Ostendorf-Weg würdigt das Schaffen der Textilkünstlerin (1911-1985), die in Paderborn eine Werkstatt für Paramentenstickerei betrieb und unter anderem den Libori-Ornat der heimischen Domkirche schuf.

Genug Frauen eigneten sich als Namensgeberin

Die weiteren vom Heimatverein vorgeschlagenen Namensgeber sind, wie am 14. April berichtet, Wilhelm Morgner, Peter-August-Böckstiegel, Toto Blanke, Hans Ortner, Walter Schrader, Peter Gallaus, Josef Rikus, Jacob Pins und Kurt Matern. Der zentrale Platz des neuen Wohngebiets soll in Anlehnung an die Örtlichkeit schlicht Springbachplatz heißen.

»Vor wenigen Monaten haben wir auf Anregung der SPD noch darüber diskutiert, mehr Straßen nach Frauen zu benennen, und jetzt liegt uns diese Liste vor. Dem können wir so nicht zustimmen«, sagte Grünen-Ratsherr Florian Rittmeier. Seiner Ansicht nach gebe es genug Frauen, die sich als Namensgeberin eignen würden. Das sah SPD-Fraktionschef Franz-Josef Henze ähnlich. »Unter diesen Umständen tun wir uns mit der Zustimmung schwer.«

CDU-Fraktionschef Markus Mertens schlug vor, die Liste noch einmal zurückzugeben mit der Bitte um Nachbesserung in Hinblick auf das weibliche Geschlecht. Außerdem regte er an, künftig auf Vornamen zu verzichten und stattdessen Zusatzschilder mit den wichtigsten Informationen zu den Namensgebern am entsprechenden Straßenschild anzubringen.

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