Zukunftsprogramm im Paderborner Werk zu 75 Prozent umgesetzt Benteler ist digital

Paderborn (WB). 200 Millionen Euro investiert Benteler Automobiltechnik bis 2019 in die sechs deutschen Komponenten-Standorte.

Von Ingo Schmitz
Maschinen überwachen, statt sie mit schweren Teilen zu bestücken: So arbeitet Benteler schon heute.
Maschinen überwachen, statt sie mit schweren Teilen zu bestücken: So arbeitet Benteler schon heute. Foto: Benteler

Im Paderborner Werk Talle sind 75 Prozent der Maßnahmen schon umgesetzt. Der Rest ist bestellt oder im Aufbau. Hier sind Industrie 4.0 und Digitalisierung Realität.

Vorne wird eine Kiste reingeschoben, hinten kommen die fertigen Autoteile heraus – Roboter erledigen das. Die Anlage ist eine Eigenanfertigung von Benteler, am Markt gebe es so etwas noch nicht, heißt es. Dabei gehören Roboter schon seit 1974 zu Benteler, sagt Werksleiter Robert Lange. Das Neue ist die ausgefeilte Sensorik, die ein vollautomatisches Arbeiten ermöglicht. Und: Die Roboter kommunizieren jetzt untereinander, sie werden digital überwacht, es wird in sich hinein gehorcht. Temperaturen werden gemessen, um drohende Motorausfälle frühzeitig zu erkennen. Instandsetzung wird dann durchgeführt, wenn es am besten passt und nicht die Auftragslage drückt.

Für Laurent Favre, Vorstandschef der Autosparte, ist das Thema Digitalisierung ein Muss, um das Unternehmen auf Wachstumskurs zu halten.

Der Umsatz lag 2017 bei 6,3 Milliarden Euro. In fünf Jahren will die Sparte mit ihren 26.000 Mitarbeitern an 75 Standorten in 24 Ländern stramm in Richtung zehn Milliarden Euro marschieren. Favre gibt zu, dass weiteres Wachstum in Deutschland kaum möglich sei – trotz der Werkserweiterung in Schwandorf (Bayern). Wachstumsregionen seien China, Mexiko und Osteuropa. Benteler positioniere sich für die Autohersteller immer stärker als Entwickler und Lieferant ganzer Komponenten. Vorrangig gehe es darum, die Autos sicherer für die Insassen zu machen und gleichzeitig die Verbräuche und CO 2 -Emissionen zu reduzieren.

Tatsächlich, so betont Werkleiter Lange, sei die Dieseldebatte bei Benteler nicht spürbar. Die Auftragslage sei stabil und auf einem guten Niveau. Das führe dazu, dass aktuell 30 Prozent mehr Mitarbeiter beschäftigt würden, als es das Zukunftsprogramm vorsehe. Die Elektromobilität sei zudem eine große Chance, betont Pressesprecher Yves Ostrowski. Weiterqualifizierung der Mitarbeiter, Hilfe bei Problemen via Smart-Brillen oder auch der Aufbau digitaler Fabriken, um Abläufe vor der Serienfertigung zu kontrollieren: All das, sagt Lange, gebe es bei Benteler schon heute. Es gehe um Effizienz, um auf Wachstumskurs zu bleiben.

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