Bahn schließt am 25. März – Investoren suchen Grundstück
Schlittschuhlaufen liegt auf Eis

Paderborn (WB). Auf der Eisbahn in Paderborn fließen die Tränen: Für die Eiskunstläuferinnen des TV 1875 Paderborn gibt es hier keine Zukunft mehr. Und auch die Eishockeyspieler müssen ihre Schläger und Schlittschuhe einpacken. Am 25. März ist Schluss. Betreiber Thomas Hachmann wirft nun der Stadt vor, sich nicht genug eingesetzt zu haben.

Donnerstag, 15.03.2018, 14:17 Uhr aktualisiert: 15.03.2018, 14:20 Uhr
Die Eiskunstläuferinnen des TV 1875 stehen in Paderborn ein letztes Mal auf dem Eis. Sophie Kubi, Lea Brandt, Jana Dongauser, Evelin Friesen und Juana Kower (vorn) sind sehr traurig, dass sie hier nicht mehr trainieren können. Am Sonntag, 18. März, 9 bis 11.30 Uhr, zeigen sie auf der Eisbahn ihr Können bei einem Schaulaufen. Alle Eiskunstlauffreunde sind dazu willkommen.

Im Sommer 2017 wurde bekannt, dass der Zehnjahresvertrag zwischen André Michels, dem Eigentümer der Halle in Mönkeloh, sowie den beiden Betreibern der Eisbahn, Thomas Hachmann und Norbert Loepp, nicht verlängert wird. Bis heute konnte kein Nachfolgestandort für die Eisbahn gefunden werden. Wenn jetzt nach dem 25. März das Eis abgetaut ist, wird in der Halle ein »Acitivity Park« für Trendsportarten eingerichtet. Auch mit den neuen Pächtern sei ein Zehnjahresvertrag geschlossen worden, heißt es. Die Konsequenz: Die Eissportler haben in Paderborn vorerst keine Möglichkeiten mehr. 150 Mitglieder im TV sind betroffen. Hinzu kommen die 60.000 Freizeit-Eisläufer pro Saison, sagt Hachmann, der inzwischen die komplette Eisanlage an einen Betreiber in Lippstadt verkauft hat.

Im Ausschuss für Sport und Freizeit stand das Thema auf Antrag der Linksfraktion auf der Tagesordnung. Sie wollte wissen, wie die Verwaltung mit dem Thema umgegangen ist und ob es alternative Standorte gibt.

Beigeordneter Wolfgang Walter erläuterte, dass es im Dezember 2016 und im September 2017 Gespräche mit der Wirtschaftsförderung gegeben habe. Die Betreiber seien auf mehrere Hallen aufmerksam gemacht worden. Keine habe sich geeignet. »Es handelt sich hier um Spezialanforderungen mit Maßen von 60 mal 30 Meter«, erläutert Wirtschaftsförderer Frank Wolters gegenüber dieser Zeitung die Schwierigkeit. Es habe keine Alternativen gegeben, sagt Wolters. Mehr, als ein solches Projekt konstruktiv zu begleiten, sei nicht möglich. Man dürfe nicht vergessen, dass es sich bei der Eisbahn um ein Wirtschaftsunternehmen handele, das vergleichbar mit einem Fitnesscenter sei. Das sieht Thomas Hachmann anders. Er habe die Eisbahn nicht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben, sondern sei auf eine »schwarze Null« ausgewesen. Eigentlich sei es Aufgabe der Kommune, eine Eisbahn in Kombination mit den Stadtwerken zu betreiben, meint Hachmann. Das sehen Frank Wolters und auch CDU-Fraktionschef Markus Mertens völlig anders.

Derweil gibt es Pläne von einigen Eishockey-Spielern aus Paderborn, die eine eigene Halle bauen wollen, um diese an einen Betreiber zu verpachten. Bauunternehmer Peter Rudi erklärte auf Anfrage, dass er mit weiteren Partnern nach einem günstigen Grundstück suche. Größenordnung: 7000 Quadratmeter. »Das muss nicht in Paderborn sein, es sollte aber gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein«, denkt Rudi an die Jugendlichen ohne Führerschein. Er freut sich auf Angebote.

Kommentar von Ingo Schmitz

Die Stadt Paderborn betreibt über die Pader-Bäder GmbH die Schwimmbäder im Stadtgebiet. Sie baut auch Freizeiteinrichtungen wie Skateanlagen. Sollte sie sich vor diesem Hintergrund auch noch eine Eisbahn aufbürden? Auf diese Frage kann es nur ein klares »Nein« geben.

In Bielefeld ist die Eisbahn tatsächlich über die Bielefelder Bäder und Freizeit GmbH in kommunaler Trägerschaft. Das Modell lässt sich angesichts der dicken Projekte, die die Stadt Paderborn im Sportbereich aktuell vor der Brust hat, aber nicht umsetzen. Allein die Sanierung der Maspernhalle wird Millionen verschlingen. Es bleiben also nur private Investoren für eine Eisbahn übrig, die bereit sind, das wirtschaftliche Risiko auf sich nehmen zu wollen. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück, das zudem auch noch preiswert ist, dürfte jedoch ziemlich aussichtslos sein. Eislaufen in Paderborn: Dieses Thema wird nun wohl für lange Zeit auf Eis liegen.

 

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