Realistischer Schwertkampf: Derby der Unis Paderborn und Bielefeld Wie die alten Rittersleut

Paderborn/Bielefeld (WB/AK/pia). Eine sportliche Begegnung zwischen Paderborn und Bielefeld: Was im Fußball am Ende der Saison möglich scheint, ist im modernen Rittersport bereits fest terminiert. Am 3. März treffen Uni-Teams aus beiden Städten im Realistischen Schwertkampf aufeinander.

Wie die alten Rittersleut (v. l): Jana Rosenow, Mawe Sprenger, Kursleiter Marcus Rehfeld, Florian Wellen, Björn Haddenhorst und Christian Arends beim Realistischen Schwertkampf an der Uni Paderborn. Drei von ihnen werden an dem Turnier teilnehmen: Sprenger, Wellen und Rosenow.
Wie die alten Rittersleut (v. l): Jana Rosenow, Mawe Sprenger, Kursleiter Marcus Rehfeld, Florian Wellen, Björn Haddenhorst und Christian Arends beim Realistischen Schwertkampf an der Uni Paderborn. Drei von ihnen werden an dem Turnier teilnehmen: Sprenger, Wellen und Rosenow. Foto: Frank Loose

Wer dienstags in die Sporthalle der Paderborner Hochschule an der Warburger Straße kommt, der sieht ungewohntes Sportgerät: Schwerter, Eisenhelme, Schutzschilde und Kettenhemden. Es ist die Ausstattung einer neuen Gruppe des Hochschulsports, die sich gleichermaßen für körperliche Fitness wie mittelalterliche Geschichte interessiert. Realistischer Schwertkampf, kurz R.S.K., nennt sich die Disziplin, die Marcus Rehfeld mit einer gemischten Mannschaft aus Damen und Herren trainiert.

Während des Trainings außer Atem

»Kann mir jemand kurz helfen?«: Bevor es losgehen kann, muss die gut 20 Kilogramm schwere Schutzkleidung angelegt werden, was an die zwanzig Minuten dauert. Die Besonderheit dabei: Alle Teile sind so nah am historischen Vorbild wie möglich. Rehfeld spricht von »realistisch im Rahmen des Machbaren« und sieht darin die »beste Art und Weise, den Schwertkampf zu praktizieren«. Ziel des Kurses sei es, »das Gefühl für die Waffe, Distanz, Wucht des Angriffes sowie die korrekte Haltung und die Schrittarbeit zu verinnerlichen. In Stufe eins geschieht das ohne Rüstung und Treffer«, betont der Kursleiter.

Während des Trainings geraten die Träger der Rüstungen recht bald außer Atem. Das Gewicht der Schutzkleidung und die unaufhörliche Bewegung sorgen für Hitze unter den Helmen. Durchhalten ist angesagt. Doch mehr Pause als zwischendurch einen Schluck Wasser aus der Metallflasche gönnen sich Rehfeld und die ebenfalls gerüsteten Kursteilnehmer Mawe Sprenger und Florian Wellen nicht, zu begehrt sind sie beim Training als Konterpart. Erst als konditionell gar nichts mehr geht, legen die Verschwitzten ihre Kettenhemden wieder ab.

Wettkampf zwischen den Universitäten

Die große Nähe des RSK zum historischen Vorbild ist es, was Wellen zur Teilnahme bewog. »Ein mittelalterliches Strategiespiel hat mein geschichtliches Interesse geweckt«, sagt der 22-jährige Elektrotechnik-Student aus Paderborn-Elsen, »der Kurs erfüllt meinen Echtheitsanspruch und ist ein gutes Konditionstraining«.

Florian Wellen wird auch beim Turnier »Eisen 2018 – BI vs. PB« am 3. März teilnehmen, das in Paderborn ausgetragen wird. Die Paderborner Uni schickt sechs, die Bielefelder neun Kettenhemdträger auf den Platz. Gekämpft wird von 11 bis 14 Uhr um eine besondere Trophäe: ein graviertes Schwert, das bis zum nächsten Turnier beim Sieger verbleibt. Der Wettkampf ist übrigens öffentlich, der Eintritt frei (Halle SP1, Warburger Straße).

Mehr Informationen unter www.realistischerschwertkampf.de

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.