Paderborner Bibliotheksausweis ermöglicht Selbstbedienung Adam-und-Eva-Haus wird »offene Bücherei«

Paderborn (WB). Für das derzeit leer stehende Fachwerkensemble an der Hathumar-Straße zeichnet sich eine Lösung ab: Das Adam-und-Eva-Haus soll als Bibliothek, das benachbarte Haus »Erzengel« komplett gastronomisch genutzt werden.

Von Manfred Stienecke
Bibliotheksleiterin Katrin Stroth hat für das leer stehende Adam-und-Eva-Haus eine interessante Idee: Sie möchte im Erdgeschoss eine »Open Library« einrichten.
Bibliotheksleiterin Katrin Stroth hat für das leer stehende Adam-und-Eva-Haus eine interessante Idee: Sie möchte im Erdgeschoss eine »Open Library« einrichten. Foto: Besim Mazhiqi

Die öffentliche Stadtbibliothek liegt nur den sprichwörtlichen »Katzensprung« entfernt. Trotzdem plant die Stadt, auch im Adam-und-Eva-Haus eine Anlaufstelle für Bücher- und Medienfreunde anzusiedeln. Bibliotheksleiterin Katrin Stroth erläuterte den Mitgliedern des Paderborner Kulturausschusses am Mittwoch die Idee, dort eine »Open Library« einzurichten.

Idee aus Niederlanden und Dänemark

Die Idee stammt aus den Niederlanden und aus Dänemark. Dort ist man bereits seit einigen Jahren dazu übergegangen, Bibliotheken den Nutzern auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten zugänglich zu machen, ohne dass sie dabei von Fachpersonal beraten werden. Sie bedienen sich einfach selbst.

Drei deutsche Städte – darunter Bielefeld – bieten einen derartigen Service bereits an. In Hamburg funktioniert die Nutzung der »Open Library« zum Beispiel so: Mit der Kundenkarte öffnen die Nutzer an einem Zugangs-Terminal selbstständig die Eingangstür. Dann können sie wie gewohnt die Angebote der Stadtbibliothek nutzen. Auch die Ausleihe und Rückgabe von Medien ist ohne Büchereipersonal möglich. Die Räume sind videoüberwacht.

Digitale Arbeitsplätze für Kunden

Katrin Stroth möchte die »Open Library« im Adam-und-Eva-Haus täglich – auch an den Wochenenden – von 8 bis 20 Uhr durchgehend geöffnet halten. Ihr schwebt vor, dass den Besuchern auch digitale Arbeitsplätze angeboten werden. Mit der Kundenkarte könnten zum Beispiel Laptops aus verschlossenen Schubladen entnommen und genutzt werden. Sorge vor Diebstählen müsse man nicht haben. »Wenn die Geräte weg sind, weiß man ja, wer sie gehabt hat.«

Die »Open Library« solle im gesamten Erdgeschoss des verwinkelten Fachwerkhauses einschließlich des Gewölbekellers eingerichtet werden. Die oberen Geschosse möchte die Stadtbibliothek für die Verwaltung nutzen. Der Leiter des Amtes für Gebäudemanagement der Stadt, Sören Lühr, kündigte die Abstimmung mit der Denkmalbehörde und die Prüfung von Landeszuschüssen an. Eine Entscheidung darüber sei aber erst Anfang 2019 zu erwarten. »Vermutlich können wir dann 2020 mit dem Projekt an den Start gehen.«

Für das benachbarte Haus »Erzengel« sucht die Stadt einen Pächter zur gastronomischen Nachnutzung, nachdem das dort über Jahrzehnte ansässige Weinlokal geschlossen wurde. Wie der Erste Beigeordnete Carsten Venherm auf Anfrage bestätigte, sei man in konkreten Gesprächen mit einem Investor, der das gesamte Gebäude als Restaurant nutzen möchte.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.