Schulklasse besucht Grabungen an den Springbach Höfen Sogar Bärenknochen entdeckt

Paderborn (WB). Einen besonderen Schulunterricht außerhalb des Klassenzimmers haben jetzt Schüler aus dem fünften Schuljahr der Friedrich-Spee-Gesamtschule erlebt. Sie besuchten die laufenden archäologischen Grabungen an den Springbach Höfen und lernten, dass Paderborns neu entstehendes Stadtquartier schon vor langer Zeit einmal besiedelt war.

Vor Ort konnten die Schüler der Friedrich-Spee-Gesamtschule zusammen mit Referendar Roman Rennert (links) die Grabungen an den Springbach Höfen besichtigen.
Vor Ort konnten die Schüler der Friedrich-Spee-Gesamtschule zusammen mit Referendar Roman Rennert (links) die Grabungen an den Springbach Höfen besichtigen. Foto: Lea Giesen

Da die Archäologie ein Thema im Geschichtsunterricht war und die Springbach Höfe in Laufweite der Schule liegen, hatte Lehrer Georg Blum die Idee, den Schülern die Archäologie vor Ort etwas näher zu bringen. Robert Süße, wissenschaftlicher Volontär der Stadtarchäologie Paderborn, erklärte den Schülern am Rand eines Grabungsfeldes, dass man anhand von Luftbildern schon vermuten konnte, dass sich an den Springbach Höfe archäologische Funde verstecken könnten.

Mittlerweile graben drei verschiedene Firmen an den Springbach Höfen, und aufgrund der Funde steht fest, dass es dort schon vor über 1000 Jahren verschiedene Hofstellen mit Wirtschafts- und Wohnbebauung gab. Die genaue zeitliche Abfolge der Siedlungsspuren und die Antwort auf die Frage, ob mehrere Hofstellen parallel bestanden haben, wird die anschließende Auswertung der Funde ergeben.

Schüler finden Munitionsreste

Mit teilversteinerten Knochenfragmenten eines Bären wurden jetzt auch die ersten Belege der (prä-)historischen Fauna geborgen. Eine archäozoologische Auswertung der Knochenfunde soll Klarheit bringen, aus welcher Zeit das Tier stammte. Auch Spuren des Zweiten Weltkriegs konnten mittlerweile entdeckt werden. Ein Explosionstrichter sowie eine Fliegerbombe mit vereinzelten Munitionsresten wurden entdeckt.

Parallel zu den archäologischen Untersuchungen laufen auch die Erschließungsarbeiten trotz teilweise schlechter Witterung planmäßig weiter. Voraussichtlich kann der zweite Bauabschnitt im Mai dieses Jahres beendet werden, berichtet die Stadt. Der dritte Bauabschnitt wurde bereits in dieser Woche begonnen.

Platz für mehr als 500 Wohneinheiten

Mehr als 500 Wohneinheiten werden später im neuen Baugebiet Platz finden. Das Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen der Stadt erarbeitet einen Entwurf für ein Vergabekonzept, nachdem die verschiedenen Grundstücke in den einzelnen unterschiedlichen Quartieren vergeben werden, welches dann der Politik zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Je nach Fortschritt der Erschließungsarbeiten soll voraussichtlich im dritten Quartal 2018 mit der stückweisen Vergabe der ersten Grundstücke begonnen werden.

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