Spektakuläre Bergungsaktion mit zwei Autokränen in Wewer Bagger versinkt halb im Schlamm

Paderborn (WB/ecke). Mehrere Stunden dauerte am 10. Januar die spektakuläre Bergungsaktion eines bei Abbrucharbeiten in Wewer zur Hälfte im morastigen Erdreich versunkenen Schaufelbaggers.

Zwei Spezialkränen gelingt es, den Bagger aus dem Erdreich zu ziehen.
Zwei Spezialkränen gelingt es, den Bagger aus dem Erdreich zu ziehen. Foto: Besim Mazhiqi

Das tonnenschwere Arbeitsgerät war bereits zwei Tage zuvor auf dem Gelände der ehemaligen Tischlerei »arcuna« am Johannesweg auf dem morastigen Untergrund eingesunken. Versuche, den Bagger wieder freizufahren, blieben erfolglos. Im Gegenteil: Bei jedem Rettungsmanöver gruben sich die Ketten tiefer in den Schlamm.

Dem Abbruchunternehmen blieb keine andere Wahl, als die Maschine mittels Spezialkränen aus dem Loch hieven zu lassen. Zwei Tage dauerten die Vorbereitungen der Bergungsaktion. Gestern war es soweit: Die Firma Hofmann rückte mit zwei Autokränen an die Baustelle. Zusammen brachten die beiden Kolosse 500 Tonnen Zugkraft an die Haken.

Um den havarierten Bagger aus dem Schlamm ziehen zu können, wurde einen Trosse am Ausleger befestigt. Die zweite Trosse musste unter dem Führerhaus hindurch geführt werden, weil die Raupen des Fahrzeugs komplett im puddingartigen Erdreich steckten. Dazu musste der hintere Teil des Baggers zunächst mittels eines mühsam unter den Motorraum gezogenen Stahlträgers so weit angehoben werden, dass die Trosse durchgezogen und befestigt werden konnte.

Mehrere Dutzend Schaulustige verfolgten den gesamten Nachmittag und frühen Abend die Bergung. Über fast zwei Stunden ging es nur zentimeterweise voran. Zwei Hilfsbagger waren noch an die Abbruchkante beordert worden, um Stützdienste verrichten zu können. Die anbrechende Dämmerung erschwerte die Arbeiten, die bei eingeschalteten Scheinwerfern der Kräne fortgesetzt wurden. Um kurz vor 18 Uhr war es dann unter dem Beifall der Zaungäste endlich soweit: Der havarierte Bagger hing frei an den beiden Kranhaken und konnte vorsichtig auf standsicherem Gelände abgesetzt werden.

Personen waren bei der Havarie nicht zu Schaden gekommen. Die Kosten für die spektakuläre Bergung dürften jedoch erheblich sein.

Anwohner berichteten von der bekannt schwierigen Geländesituation in diesem Bereich, die von hohem Grundwasserstand bei gleichzeitigem Fließsand immer wieder für Probleme bei Bauvorhaben sorge. Auch auf dem ehemaligen Tischlereigrundstück sei Wohnbebauung geplant.

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