Bad Lippspringer Orden zieht in das St.-Vincenz-Altenzentrum um Schwestern kehren heim

Paderborn (WB). Wenn Ordensschwestern pflegebedürftig werden, übernehmen diese Aufgabe normalerweise andere Ordensschwestern. Was aber tun, wenn der Orden mit abnehmenden Schwesternzahlen zu kämpfen hat und ein Umbau des Schwesternhauses in eine vollstationäre Einrichtung der Altenhilfe nicht in Betracht kommt?

Das St.-Vincenz-Altenzentrum freut sich auf die Ordensschwestern (von links): Ivon Ostermann, Wohnbereichsleitung, Jens Siefert, Pflegedienstleitung, Sr. M. Daniele Voß, zukünftige Konventoberin, Sr. M. Ermentrudis Böker, Bewohnerin, Sr. M. Katharina Mock, Generaloberin, Sigrid Pape, Einrichtungsleitung und Dagmar Kieselmann, Geschäftsführerin Caritas-Altenhilfe.
Das St.-Vincenz-Altenzentrum freut sich auf die Ordensschwestern (von links): Ivon Ostermann, Wohnbereichsleitung, Jens Siefert, Pflegedienstleitung, Sr. M. Daniele Voß, zukünftige Konventoberin, Sr. M. Ermentrudis Böker, Bewohnerin, Sr. M. Katharina Mock, Generaloberin, Sigrid Pape, Einrichtungsleitung und Dagmar Kieselmann, Geschäftsführerin Caritas-Altenhilfe.

Vor dieser Frage stand Anfang 2017 der Orden der Vinzentinerinnen. Die Kongregation traf die Entscheidung, das Schwesternhaus in Bad Lippspringe aufzugeben und umzuziehen. Wie bereits berichtet, wird die gesamte Einrichtung samt Parkanlage an das Medizinische Zentrum für Gesundheit veräußert, das dort bis Ende 2019 eine Rehaklinik an den Start bringen möchte.

Ordensschwestern ziehen ins Mutterhaus nach Paderborn

Von sofort an werden im St.-Vincenz-Altenzentrum pflegebedürftige Ordensschwestern professionell versorgt. Das Gebäude ist im Besitz des Ordens, die Trägerschaft und somit die Pflege läuft über die Caritas Altenhilfe im Erzbistum Paderborn gem. GmbH. Die Vinzentinerinnen gehören mit rund 200 Ordensschwestern zu den 24 großen Ordensgemeinschaften in Deutschland. Das ändert aber nichts an der aktuellen Situation, dass der größte Teil der Mitglieder über 80 Jahre alt ist und auch ein Orden sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausrichten muss. »Die Entscheidung trafen wir daher ganz bewusst, in unser Mutterhaus nach Paderborn umzuziehen und unsere pflegebedürftigen Schwestern im St.-Vincenz-Altenzentrum pflegen zu lassen«, berichtet Generaloberin Schwester Katharina Mock.

Fünf Ordensschwestern sollen begleitend zur Seite stehen

Voraussetzung für den Einzug der Vinzentinerinnen in das St.-Vincenz-Altenzentrum ist die Errichtung eines Konvents. Für die Umbaumaßnahmen der Begegnungsstätte ist der Bauantrag gestellt, derzeit laufen die Ausschreibungen. Geplant ist, dass fünf Ordensschwestern auf dem Gelände des Altenzentrums wohnen und das geistliche Leben der pflegebedürftigen Mitschwestern, aber auch der anderen Bewohner begleiten und gestalten. »Die Schwestern können mit ihrer Lebenserfahrung als Bewohnerinnen des Altenzen­trums solidarisch mitwirken. Sie haben den Auftrag, an den Nöten der anderen teilzunehmen. Das hilft in manch schwieriger Situation, in der sich ein alter Mensch befindet«, sagt Schwester Katharina. Nach Einzug des Konventes wird auf dem Geländes des St.-Vincenz-Altenzentrums täglich die Heilige Messe gefeiert. Dazu und auch zu den anderen Gebetszeiten der Schwestern sind Interessierte willkommen.

Etwa 30 Ordensschwestern werden im Lauf der Monate vom Schwesternhaus in Bad Lippspringe umziehen und gemeinsam mit anderen Bewohnern ins Haus Louis, einem separaten Trakt im St.-Vincenz-Altenzentrum, einziehen. So kehren die Namensgeberinnen, die das Gebäude vor mehr als 40 Jahren errichtet haben, heim, um sich professionell pflegen zu lassen. Das Pflegeteam freut sich darauf, dass die Ordensgemeinschaft das Leben im St.-Vincenz-Altenzentrum mit ihren geistlichen Impulsen bereichert.

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