Paderborner Kunstverein widmet sich seit 50 Jahren der kreativen Moderne Stets das Neue im Blick

Paderborn (WB). Ausstellungen mit klassischen Werken der Renaissance, der Romantik oder des Expressionismus bewegen auch in Paderborn die Massen. Aber was ist mit der Gegenwartskunst? Darum kümmert sich mit viel Herzblut der heimische Kunstverein.

Von Manfred Stienecke
Im Archiv des Paderborner Kunstvereins sortiert Dr. Alexandra Sucrow Kataloge der Künstler, die im Verlauf der letzten 50 Jahre hier ausgestellt haben.
Im Archiv des Paderborner Kunstvereins sortiert Dr. Alexandra Sucrow Kataloge der Künstler, die im Verlauf der letzten 50 Jahre hier ausgestellt haben. Foto: Besim Mazhiqi

Seit nunmehr 50 Jahren bereits wirkt der rührige Verein nachhaltig in Paderborn. Um das »runde« Jubiläum aber macht er nicht viel Aufhebens. »Wir blicken nach vorn und nicht zurück«, sagt die Vorsitzende Dr. Alexandra Sucrow (54). Und doch ist man ein bisschen stolz darauf, dass es die 1968 von kunstsinnigen Bürgern ins Leben gerufene Einrichtung bis heute gibt.

»Die Intention war damals, in Paderborn etwas im Bereich der modernen Kunst zu tun«, schildert die heutige Vorsitzende die Motivation der Gründergeneration, zu der unter anderem der Paderborner Maler Peter Gallaus, der Künstler Josef Rikus und weitere kunstsinnige Persönlichkeiten gehörten.

Die ersten Ausstellungen gab es mangels eigener Räumlichkeiten im Foyer der Westfälischen Kammerspiele. Erst 1977 bekam der Kunstverein ein festes Domizil unter dem Dach des Stadtmuseums im frisch renovierten Adam-und Eva-Haus. »Der Verein hat sich damals stark um die lokale Künstlerszene gekümmert, aber auch über den Tellerrand hinaus geschaut«, betont Alexandra Sucrow, die den Vereinsvorsitz 2008 von Dr. Heinz Willaschek übernahm. Dessen Vorgänger waren Hans Behringer, Dr. Käthe Sander-Wietfeld und Dr. Volker Werb.

Erheblich verbesserte Raummöglichkeiten bekam der Verein 2003 mit dem Umzug in die damalige Städtische Galerie Am Abdinghof. Hier konnten erstmals auch großformatige Werke oder ganze Rauminstallationen präsentiert werden, wovon der Verein rege Gebrauch machte. Unter der Leitung von Alexandra Sucrow konzentriert sich der Verein mit seinen rund 300 Mitgliedern vor allem auf die ganz junge Kunst. »Wir wollen Kunstschaffende fördern, die noch nicht etabliert sind, die aber einen Weg in die Zukunft aufzeigen«, sagt die promovierte Kunsthistorikerin. »Wir müssen mit der Entwicklung Schritt halten, sonst werden wir irgendwann nur noch Expressionisten sehen.«

Den Blick auf die heimische Kunst hat der Verein natürlich nicht verloren. In Zusammenarbeit mit der Universität wird alle zwei Jahre der »Dr.-Käthe-Sander-Wietfeld-Förderpreis« an junge Kunst- oder Textilstudenten verliehen. Ebenfalls im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben der Kunstverein und die Sparkasse den Paderborner Kunstpreis an einen arrivierten heimischen Künstler.

Zwischen 60 bis 80 Künstler aus der gesamten Republik bewerben sich jeweils um eine der vier Jahresausstellungen, die nach dem Auszug aus der Städtischen Galerie im Übergangs-Quartier an der Westernstraße 7 gezeigt werden. Zum Jubiläum wird in diesem Sommer eine Kunstrichtung gewürdigt, die ebenfalls 50 Jahre alt wird: die »Digital Art«, bei der der Computer den Pinsel ersetzt. Leihgaben kommen unter anderem aus der Sammlung des Heinz-Nixdorf-Museumsforums.

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