2,6 Millionen Euro fließen in den Hochwasserschutz von Neuenbeken Beke bekommt breiteres Bett

Neuenbeken (WB/per). Ortsvorsteher Christoph Quasten spart nicht mit Superlativen: »Das ist wahrscheinlich die größte Baumaßnahme, die es je in Neuenbeken gegeben hat.« Gemeint sind die Hochwasserschutzarbeiten an der Beke. Wenn diese abgeschlossen sind, soll das Dorf nicht nur vor Jahrhundertfluten gefeit sein, sondern hat sich laut Quasten auch »neu erfunden«.

Paderborns Bürgermeister Michael Dreier, Projektleiter Toni Wiethaup, Ortsvorsteher Christoph Quasten, Landrat Manfred Müller und der Geschäftsführer des Wasserverbandes Obere Lippe, Volker Karthaus (von links), machen sich vor Ort einen Bild von den Bauarbeiten an der Beke.
Paderborns Bürgermeister Michael Dreier, Projektleiter Toni Wiethaup, Ortsvorsteher Christoph Quasten, Landrat Manfred Müller und der Geschäftsführer des Wasserverbandes Obere Lippe, Volker Karthaus (von links), machen sich vor Ort einen Bild von den Bauarbeiten an der Beke. Foto: Jörn Hannemann

In Altenbeken und Marienloh wurde die Beke durch aufwändige Renaturierungsmaßnahmen bereits gebändigt. »Wenn wir die beiden Bauabschnitte in Neuenbeken spätestens 2021 abgeschlossen haben werden, sind wir mit dem Hochwasserschutz an der Beke durch«, sagt Projektleiter Toni Wiethaup vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen der Stadt Paderborn. Insgesamt wird das Gewässer auf einer Strecke von 5,5 Kilometern umgestaltet, wobei sich der ein Kilometer lange Verlauf durch den Ortskern aufgrund der dichten Bebauung am Ufer am aufwändigsten gestaltet.

1,70 Meter hohe Ufermauer schützt Anwohner vor Hochwasser

Damit die Beke künftig mehr Wasser abführen kann, wird seit September zum einen das Flussbett – wo möglich – verbreitert und zum anderen eine bis zu 1,70 Meter hohe Ufermauer hochgezogen, die später mit Bruchstein verziert wird. »Ich bin in diesem Zusammenhang sehr dankbar, dass die Anlieger sehr kooperativ und bereit waren, zu diesem Zweck etwas von ihrem Grund und Boden abzugeben«, sagt Ortsvorsteher Quasten. Die Neuenbekener Bürger hätten erkannt, dass mit der Neugestaltung der Beke die einmalige Chance einhergeht, das Ortsbild nachhaltig zu erneuern. »Künftig wird fast durchgängig ein Weg am Gewässer entlang führen. Gestalterisch ist das, was hier gerade passiert, ein Quantensprung«, schwärmt der CDU-Kommunalpolitiker.

Rund 2,6 Millionen Euro kostet der Hochwasserschutz im Bereich von Neuenbeken. Federführend sind dabei die Stadt Paderborn und der Wasserverband Obere Lippe. 80 Prozent der Investitionen übernimmt das Land. Für Landrat Manfred Müller sind die Maßnahmen gut angelegtes Geld, führte er gestern bei einer Besichtigung der Baustelle im Ortskern vor Augen, dass es allein in Neuenbeken bei einem Hochwasser, dass statistisch alle 100 Jahre eintritt, ein Schadenspotenzial von rund 700.000 Euro gibt. »Wir sind im Paderborner Land sehr gut auf Hochwasserereignisse eingestellt«, betont Müller mit Verweis auf die vielen Maßnahmen in diesem Bereich in den vergangenen Jahren. So laufen derzeit entsprechende Maßnahme mit der Paderseeumflut, nächstes Jahr folgt das Paderquellgebiet, und auch der Ellerbach in Dahl soll baldmöglich umgestaltet werden.

Gogrevenbrücke muss komplett erneuert werden

Paderborns Bürgermeister Michael Dreier machte sich am Montag ebenfalls ein Bild von den Arbeiten, und sprach von einem enorm wichtigen Projekt, dass nicht nur dazu diene, den Hochwasserschutz zu verbessern, sondern auch das Ortsbild in Neuenbeken. »Und das ist ein langer Weg gewesen«, erinnerte Dreier daran, dass es bereits 2004 unter dem damaligen Ortsvorsteher Helmut Pütter erste Überlegungen gegeben habe, die Beke zu renaturieren.

Die Arbeiten im Ortskern von Neuenbeken werden nach Auskunft von Projektleiter Toni Wiethaup voraussichtlich im September nächsten Jahres abgeschlossen. Dieser Zeitplan umfasst auch die Erneuerung der Brücke in der Straße An der Beke. 2018/19 beginnt dann der zweite und letzte Bauabschnitt oberhalb von Glas Peters in Richtung Altenbeken.

Allerdings werden die Neuenbekener Bürger zuvor auf eine weitere Geduldsprobe gestellt, denn auch die Gogrevenbrücke soll ersetzt werden. Damit wird die Hauptverkehrsader zwischen Neuenbeken und Bad Lippspringe gekappt. »Das ist dann noch einmal ein echter Knackpunkt«, weiß Ortsvorsteher Christoph Quasten um die bevorstehenden Einschränkungen, die mit dem Hochwasserschutz einhergehen. Doch das Ziel sei es wert: »Das Herz des Dorfes wird mit einer der größten Baumaßnahmen, wenn nicht gar der größten Baumaßnahme in der Geschichte Neuenbekens, komplett erneuert.«

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