Paderborner Chefarzt Dr. Horst Leber im Ruhestand – Salay wird Nachfolger Abschied nach 37 Jahren

Paderborn (WB). Nach 37-jähriger Tätigkeit im Brüderkrankenhaus geht Dr. Horst Leber, derzeit Chefarzt der Strahlentherapie, zum Jahresende 2017 in den Ruhestand. Als sein Nachfolger wurde bei einem Festakt im Hotel Aspethera Dr. Attila Salay eingeführt.

Festakt im Brüderkrankenhaus (von links): stellvertretender Landrat Hans-Bernd Janzen, Regionalleiter Christoph Robrecht, Geschäftsführer Werner Hemmes, Dr. Horst Leber, Dr. Attila Salay und Regionalleiter Siegfried Rörig.
Festakt im Brüderkrankenhaus (von links): stellvertretender Landrat Hans-Bernd Janzen, Regionalleiter Christoph Robrecht, Geschäftsführer Werner Hemmes, Dr. Horst Leber, Dr. Attila Salay und Regionalleiter Siegfried Rörig. Foto: Gerd Vieler

Er wolle die Klinik im Sinne seines »großen Lehrmeisters« Leber weiterführen, sagte Salay bei einem Ausblick auf die Zukunft der Strahlentherapie. Dazu gehörten das in der Region einmalige Angebot von hochmoderner Strahlen- und Chemotherapie zur Krebsbekämpfung unter einem Dach, die Zusammenarbeit im Onkologischen Netzwerk sowie die Pflege der guten Beziehungen zu den niedergelassenen Kollegen auch im Bereich der palliativmedizinischen Versorgung.

Einen Unterschied gibt es aber mindestens: Im Gegensatz zum Paderborner »Heimatgewächs« Leber geht es in der Strahlentherapie mit seinem Nachfolger europäisch geöffnet und polyglott weiter.

Sportbegeisterter Chefarzt

Salay wurde 1975 als Angehöriger der ungarischen Minderheit in Kralovsky Chlmecnahe Kosice, der zweitgrößten Stadt in der Slowakei, geboren und wuchs auch dort auf, ging dort zur Schule und absolvierte auch dort sein Studium sowie seine Promotion zum MUDr., dem slowakischen Pendent zu deutschen Medizin-Promotionen.

Eine Hospitanz 2003 in Wien brachte Salay auf den Geschmack »westlicher« Medizin und so kam er 2004 nach Paderborn ins Brüderkrankenhaus. Dort ist er inzwischen mit seinen drei Kindern, die allesamt dreisprachig aufwachsen, sesshaft geworden. Neben der Medizin steht für den neuen Chefarzt »Sport ohne Ende« auf dem Programm, vor allem Laufen, Rennradfahren und Fußballspielen. Seine Ehefrau gibt als ehemalige Leistungsschwimmerin Kindern in der Paderborner Schwimmoper Unterricht.

Dr. Horst Leber als medizinischer Zeitzeuge

Der Paderborner Dr. med. Horst Leber kam nach dem Abitur am Reismann-Gymnasium und Medizinstudium in Freiburg und Münster in seine Heimatstadt zurück. Die Strahlentherapie hat in den vergangenen Jahrzehnten auf Grund neuer Techniken eine rasante Entwicklung genommen. Leber kennt fast die gesamte 40-jährige Entwicklung dieser Behandlungsmethode aus eigener Anschauung. Den Durchbruch der Krebsbehandlung mit Strahlen sieht Leber in der Erfindung des Elektronenbeschleunigers, von denen im Brüderkrankenhaus derzeit zwei im Einsatz sind. Diese Geräte, die 100- bis 1000-fach stärker seien als diagnostische Röntgengeräte, dringen mit ihren Strahlen tief in den Körper ein und können dank neuer bildgebender Verfahren auch genau auf den Tumor ausgerichtet werden.

Der Arzt, der in den vergangenen 37 Jahren im Durchschnitt zehn bis zwölf Stunden täglich im Brüderkrankenhaus, dem vormaligen Josefskrankenhaus, tätig war, plant nun seinen Einsatz als Opa für seine zwei zwei- und fünfjährigen Enkelkinder. Auch sonst gebe es seinem Leben einige Inseln, die nichts mit Medizin zu tun hätten wie etwa den Tanzkreis, die Orchideen und die Fotografie.

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