OWL-Handelschef: »bisher nicht überragend« – Sondereffekt Loom Endspurt im Weihnachtsgeschäft

Bielefeld/Paderborn (WB). Die Einzelhändler in Ostwestfalen-Lippe hoffen auf einen Schlussspurt im Weihnachtsgeschäft. »Es ist noch Luft nach oben«, sagt Verbandschef Thomas Kunz. Bielefeld profitiert vom Loom-Effekt.

Von Edgar Fels
Blick in das weihnachtlich dekorierte Loom in Bielefeld. Seit der Eröffnung vor etwa acht Wochen kamen bereits 2,2 Millionen Menschen in das Einkaufszentrum.
Blick in das weihnachtlich dekorierte Loom in Bielefeld. Seit der Eröffnung vor etwa acht Wochen kamen bereits 2,2 Millionen Menschen in das Einkaufszentrum.

100 Millionen Euro mehr Umsatz auf dann 2,1 Milliarden Euro erhoffen sich die Einzelhändler im Weihnachtsgeschäft , zu dem nicht nur der Dezember, sondern auch der November gerechnet wird. »Das wäre ein Plus von zwei Prozent«, sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes OWL, Thomas Kunz. Es ist das gleiche Ziel wie vor einem Jahr. Damals wurde es verfehlt – es blieb bei zwei Milliarden Euro.

Da die Verbraucher immer später ihre Geschenke kaufen, rechnet Kunz nun in den folgenden Tagen bis Heiligabend mit vollen Innenstädten. »Die nächsten Tage werden die stärksten des Jahres«, sagt der Verbandschef. Und auch für den Tag vor Heiligabend, Samstag, 23. Dezember, geht er von vollen Innenstädten aus.

Sondersituation in Bielefeld

Eine Sondersituation erlebe Bielefeld. Durch die Eröffnung des Einkaufszentrums Loom des Hamburger Betreibers ECE habe es in der Innenstadt einen »deutlichen Frequenzanstieg« gegeben. Center-Manager Michael Latz zufolge besuchten das Loom seit der Eröffnung am 26. Oktober bereits mehr als 2,2 Millionen Leute. »Nicht nur Bielefelder, sondern auch Menschen aus Herford, Gütersloh, Paderborn, Osnabrück, Lippe sind regelmäßig bei uns zu Gast«, freut sich der Center-Manager. »Wir sind überaus zufrieden, sowohl mit dem Start als auch mit dem Weihnachtsgeschäft.« Auch die mehr als 100 Mietpartner hätten sich »sehr positiv und zufrieden« über das Center und die Umsatzentwicklungen geäußert.

Durch den Loom-Effekt sind Kunz zufolge die Bielefelder Einzelhändler insgesamt zufriedener als in den anderen Städten der Region. Obwohl das Weihnachtsgeschäft bisher »nicht überragend« gelaufen sei. Zudem gelte: Je größer die Stadt, desto mehr Umsatz sei aufgrund des größeren Angebotes zu erwarten.

Trend zu Gutscheinen

Was die Art der Geschenke betrifft, so setze sich der Trend zu Gutscheinen fort, sagt Kunz. Gefragt sind traditionell Spielwaren, Uhren, Schmuck und Parfüms.

Neben dem stationären Handel gewinnt der Onlinehandel weiter an Gewicht. Er steuert mit zweistelligen Wachstumsraten auf neue Rekorde zu und macht inzwischen zehn Prozent am Gesamtumsatz von deutschlandweit vermutlich 500 Milliarden Euro im Jahr (94,5 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft) aus. In einzelnen Branche wie bei Textilien liege der Online-Anteil aber bereits deutlich höher. Kunz spricht von 25 bis 28 Prozent.

In ganz Ostwestfalen-Lippe hat der Einzelhandel, zu dem auch der Lebensmittelhandel gerechnet wird, im vergangenen Jahr elf Milliarden Euro umgesetzt. Ein gutes Weihnachtsgeschäft vorausgesetzt, könnten es in diesem Jahr 11,3 Milliarden Euro sein.

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