Plötzlicher Sinneswandel: Betreiber-GmbH kritisiert Paderborner Verwaltung Streit um das Adam-und-Eva-Haus

Paderborn (WB). »Wir haben kein Konzept zurückgezogen!« Mit diesen deutlichen Worten reagiert der Paderborner Diplom-Kaufmann Michael Schuster auf die Äußerungen der Stadtverwaltung zur möglichen Nutzung des Adam-und-Eva-Hauses.

Von Ingo Schmitz
Die Paderborner Stadtverwaltung will im Adam-und-Eva-Haus Teile der Stadtbibliothek unterbringen.
Die Paderborner Stadtverwaltung will im Adam-und-Eva-Haus Teile der Stadtbibliothek unterbringen. Foto: Besim Mazhiqi

Wie berichtet, sollen dort nach jüngsten Vorstellungen der Stadt Teile der Bibliothek einziehen. Neben Büroarbeitsplätzen in den oberen Geschossen ist auch eine »Open Library« (offene Bibliothek) geplant. Ebenso soll es Veranstaltungsräume geben.

Von diesen Überlegungen der Verwaltung sind Michael Schuster und seine zwei Partner völlig überrascht worden, wie sie jetzt betonen. Gemeinsam wollten sie das Adam-und-Eva-Haus in einer Betreiber-GmbH von der Stadt pachten und an weitere Nutzer unterverpachten. Die Nutzung als Café, Paradies-Laden, Künstler- und Spieletreff sowie Atelier sei in zweijähriger Arbeit konzeptionell von den potenziellen Pächtern entworfen und mit der Stadt diskutiert worden, betont Schuster.

Zweijährige Planung offenbar umsonst

»Die Stadt wollte einen Generalpächter, so dass wir bereit waren, die Betreiber-GmbH zu gründen. Wir haben sogar angeboten, die Basispacht im Voraus zu entrichten. Erst im September haben wir über die Details des Pachtvertrags verhandelt, abhängig von der Zustimmung der politischen Gremien. Und jetzt heißt es, dass unser Konzept nicht tragfähig sei«, ärgert sich Schuster über die Vorgehensweise.

Er betont, dass es zu dem jetzigen Vorschlag, in den historischen Mauern Teile der Stadtbibliothek unterzubringen, weiterhin Alternativen gibt. »Wir haben fachliche und betriebswirtschaftliche Qualifikationen sowie den finanziellen Background in mehr als ausreichender Form. Auch von politischen Seiten haben wir positive Rückmeldungen erhalten«, stellt Schuster klar.

Befremdlich sei, dass die Verwaltung zunächst die Öffentlichkeit informiert habe. Erst auf Nachfrage seien nun auch die Initiatoren in Kenntnis gesetzt worden. Schuster bedauert, dass die zweijährige Planung offenbar umsonst war – und nicht nur der Bridgeclub jetzt in die Röhre schauen soll.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.