Ohne Nebenjob geht es meist nicht – Miete größter Ausgabenposten So leben Studenten in NRW

Bielefeld/Paderborn (WB/bex). Sie sind besonders alt, verfügen aber über mehr Geld als Kommilitonen in anderen Bundesländern und haben meistens auch einen Nebenjob. Eine neue Erhebung zeigt, wie Studenten in NRW leben.

Immer mehr Studenten sind auch erwerbstätig.
Immer mehr Studenten sind auch erwerbstätig. Foto: dpa

Seit 1951 fragt das Deutsche Studentenwerk die soziale und finanzielle Situation von Studenten ab. Bei der 21. repräsentativen Erhebung (12.902 Befragte in NRW) machten auch viele junge Menschen mit, die an den Hochschulen in OWL eingeschrieben sind: Unter anderem 534 von der Uni Bielefeld, 171 von der dortigen FH, 437 von der Uni Paderborn sowie 105 von der Hochschule OWL. Die Ergebnisse der Befragung im Sommersemester 2016 liegen für NRW jetzt vor:

Die ältesten Studenten

Alter: Studenten in NRW sind mit durchschnittlich 25,3 Jahren mehr als ein halbes Jahr älter als im Bundesdurchschnitt (24,7 Jahre).

Viele Pendler: 38 Prozent haben ihren Wohnsitz nicht am Ort ihrer Hochschule (Bundesdurchschnitt 29 Prozent).

Herkunft: Fast ein Viertel der knapp 700.000 Studierenden in NRW hat einen Migrationshintergrund. Acht Prozent der Studierenden wurden in einem anderen Staat als Deutschland geboren.

Bildungsaufsteiger: Der Anteil von Studenten aus einem nicht-akademischen Elternhaus in NRW ist mit 52 Prozent größer als im bundesdeutschen Durchschnitt (48 Prozent).

Finanzieller Mehraufwand verhindert Auslandsstudium

Auslandsstudium: Nur 13 Prozent der jungen Männer und Frauen studieren auch im Ausland (Bundesdurchschnitt 16 Prozent). 70 Prozent der Studenten, die keinen Auslandsaufenthalt planen, geben an, dass sie daran durch die erwartete finanzielle Mehrbelastung gehindert werden.

Vergleichsweise hohe Einnahmen: Studentinnen und Studenten, die alleine wohnen und wirtschaften, stehen durchschnittlich 944 Euro pro Monat (Elternleistungen, eigener Verdienst, BAföG, Hilfe von Verwandten oder Bekannten, Ersparnisse sowie Stipendien oder Studienkredite) zur Verfügung. Das ist mehr als im Bundesvergleich (918 Euro). Bei der vorigen Sozialerhebung 2012 lag das Durchschnittsbudget in NRW bei 886 Euro.

Miete: Mit durchschnittlich 333 Euro pro Monat stellen die Kosten für Miete den größten Ausgabenposten dar.

72 Prozent arbeiten nebenbei

Wohnsituation: Jeweils knapp ein Viertel der Studenten wohnt in einer Wohngemeinschaft, bei den Eltern oder anderen Verwandten oder in einer eigenen Wohnung gemeinsam mit dem Partner oder Kindern. Weitere 18 Prozent leben alleine in einer Wohnung.

Hohe Erwerbsquote: 72 Prozent (2012: 70 Prozent) der Studenten sind neben dem Studium erwerbstätig, im Durchschnitt neun Stunden pro Woche. Die meisten wollen sich durch die Arbeit etwas mehr leisten können (72 Prozent) und unabhängig von den Eltern sein (64 Prozent). Darüber hinaus arbeiten sie häufig, weil es für ihren Lebensunterhalt notwendig ist (63 Prozent) oder weil sie praktische Erfahrungen sammeln wollen (54 Prozent).

Zeitaufwand: Studierende im Vollzeitstudium wenden pro Woche 15 Stunden für Lehrveranstaltungen und 17 Stunden für das Selbststudium sowie selbstgeleitete Studienaktivitäten auf.

Mensanutzung: 26 Prozent der Studierenden essen mindestens drei Mittagsmahlzeiten pro Woche in einer Mensa und werden deshalb als »Stammgäste« bezeichnet (Bundesdurchschnitt 32 Prozent).

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