Vor 125 Jahren entstand mit dem Truppenübungsplatz der Ort Sennelager Jedes Regiment hatte seinen Schnaps

Paderborn-Sennelager (WB). Angesichts des bevor stehenden Abzugs der britischen Streitkräfte aus Sennelager steht der Ort zusammen. Gemeinsam werde man die Zukunft stemmen, gab sich Bürgermeister Michael Dreier bei der 125-Jahr-Feier des Ortsteils zuversichtlich.

Von Manfred Stienecke
Die »Band Of the Royal Armoured Corps« spielt ein Geburtstagsständchen.
Die »Band Of the Royal Armoured Corps« spielt ein Geburtstagsständchen. Foto: Stienecke

Glückwünsche zum Ortsjubiläum kamen auch vom Britischen Verbindungsoffizier Alan Patterson. Die derzeit noch 2400 britischen Soldaten in Paderborn würden mit ihren Familien bis zum Herbst 2019 abgezogen, bestätigte er. »Für viele von uns ist das bedauerlich, aber die Regierung in London hat das so beschlossen.«

In seinem Grußwort zeigte sich Bürgermeister Michael Dreier jedoch überzeugt, dass man diesen Verlust in Sennelager verkraften werde. »Es gibt in Sennelager ein großes Engagement, wenn es darum geht, den Ort zukunftsfähig zu machen.« Dreier sicherte zu, »dass die Stadt Paderborn alles dafür tun wird, dass die Zukunft Sennelagers gestaltet wird.«

Auf die Geschichte des Ortsteils ging anschließend Ortsheimatpfleger und Ratsherr Michael Pavlicic in seinem Festvortrag ein. Mit der Errichtung des Truppenübungsplatzes Senne vor 125 Jahren habe die neue Ortsbezeichnung »Sennelager« die alten Bauerschaftsnamen »Thune« und »Altensenne« allmählich verdrängt, und es sei ein eigenes »Senner Selbstbewusstsein« entstanden. Mit der Ansiedlung von Hotels, Gaststätten und einem Theater habe der Ort einen wirtschaftlichen Aufschwung genommen. Senne-Wirt Joseph Temme wusste, was den Soldaten schmeckte. Pavlicic: »Jedes Regiment hatte ‘seinen’ Schnaps oder Likör.«

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