Busse an der Westernmauer: Politik entscheidet nach Sommerpause Zentralstation: Es wird konkret

Paderborn (WB). Nach Paderborns politischer Sommerpause geht es in die Vollen: Es stehen wichtige Entscheidungen an. Ganz oben steht die neue Zentrale Bushaltestelle (ZOH) an der Westernmauer/Friedrichstraße. Verbunden ist damit die noch ungeklärte Zukunft der alten Zentralstation unter den Königsplätzen.

Von Ingo Schmitz
Die Bäume bleiben, die Parkplätze fallen weg: Für die neue Zentrale Bushaltestelle an der Westernmauer sind große Eingriffe notwendig, damit die Fahrgäste hier ein- und aussteigen können. Das hat Auswirkungen auf die vierspurige Friedrichstraße.
Die Bäume bleiben, die Parkplätze fallen weg: Für die neue Zentrale Bushaltestelle an der Westernmauer sind große Eingriffe notwendig, damit die Fahrgäste hier ein- und aussteigen können. Das hat Auswirkungen auf die vierspurige Friedrichstraße. Foto: Besim Mazhiqi

»Das Ganze ist ein hochkomplexes Thema«, sagt Claudia Warnecke. Neben der großen Herausforderung Konversion und dem Umbau der Königsplätze sowie der Erschließung neuer Wohngebiete ist die Technische Beigeordnete auch für die Planung der neuen ZOH zuständig. Ziel ist es einerseits, die Abwicklung der Busverkehre insgesamt zu optimieren. Andererseits hat die Planung massive Auswirkungen. Generell gilt für die Verwaltung die Maxime: »Nach dem Umbau muss der Verkehr gut fließen.«

Während die Promenade mit ihren Bäumen zwischen Alte Torgasse und Marienstraße erhalten bleiben soll, fallen in diesem Bereich 55 Parkplätze zugunsten der Haltestellen weg. Möglicherweise könnte dies positive Auswirkungen auf die Stickstoffdioxid-Messstelle haben, die dort angebracht ist. Durch den Wegfall des Park-Such-Verkehrs könnten die Werte sinken, meint Warnecke.

Provisorische Verkehrsinsel für Fußgänger

Außerdem fällt in der Friedrichstraße in Höhe der Einmündung Imadstraße die zweite Fahrspur in Richtung Westerntor weg – unter anderem, um eine Linksabbiegerspur für Busse einrichten zu können. Die Planerin stellt klar, dass die Verkehrsinsel für die Fußgänger zunächst nur in einer provisorischen Variante gebaut werden soll. Bei Staus würde die Insel dann dauerhaft verschwinden.

Schon Ende 2016 waren erste konkrete Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Diese wurden in der Zwischenzeit überarbeitet und werden in der Sitzung des Bauausschusses am 14. September vorgestellt. Dann will die Verwaltung auch das Geheimnis lüften, wie teuer die Umsetzung werden könnte. Danach stehen die internen Beratungen der Fraktionen an. Im Oktober sollen die Pläne zur Abstimmung kommen. Wer von den täglich mehr als 13.000 Fahrgästen in diesem Bereich meint, dass der neue Ein-, Um- und Ausstiegsplatz schon bald genutzt werden kann, wird enttäuscht. Frühestens im Jahr 2020 ist mit der Umsetzung zu rechnen.

Bis zu 90 Prozent als Zuschuss

Das liegt nach Aussage der Beigeordneten auch an der Finanzierung: Wenn im Oktober der Rat den Neubau beschließen sollte, dann kann die Stadt bis zum 31. Januar 2018 einen Antrag auf Städtebauförderung stellen. Stolze 90 Prozent könnte es als Zuschuss geben. Frühestens 2019 seien die Mittel dann verfügbar, meint Warnecke. Und dann muss ja auch noch gebaut werden.

Ebenso komplex laufen die Verhandlungen zur Zukunft der alten Zentralstation mit einer nutzbaren Fläche von 3500 Quadratmetern unter den Königsplätzen. Hier müssen aber nicht nur die Interessen von acht Eigentümern berücksichtigt werden. Hinzu kommen die Vorstellungen von Lebensmittelhändlern, die sich ansiedeln möchten. Hinzu kämen noch die Anforderungen für den Imbissbetrieb Broer. Aktuell sei es schwierig, die einzelnen Wünsche unter einem Hut zu bekommen. »Die Projektentwicklung ist hier ein sehr dickes Brett«, sagt Warne-cke. Es wird also weiter gebohrt werden müssen.

Kommentare

2020?

Mit der Umsetzung ist nicht vor 2020 zu rechnen?
Wenn die Zuschüsse bis Januar 2018 eingereicht und anschließend gebilligt werden, gibt das doch Planungssicherheit - somit sollte auch bereits in 2018 der Startschuss fallen können. Das Geld für 1 Jahr vorzustrecken sollte bei den derzeitigen Zinsen kein Problem für die Stadt darstellen.
Zum Thema Nachnutzung der jetzigen Zentralstation sollte es zudem ein Anliegen der 8 Eigentümer sein, hier eine schnelle Lösung zu finden. Der gesamte Bereich ist ein optischer Schandfleck. Nicht nur die Zentralstation, sondern auch die Etagen darüber sind verwinkelte Angsträume. Die Brüstungen zur Marienstraße werden zwar gepflastert und bekommen neue Geländer, aber warum können in diesem Zusammenhang die Fassaden nicht neu gestaltet werden? Alle angrenzenden Gebäude hübschen sich auf, aber die häßlichen Betonklötze Marienstraße 11, 13 und 19 bleiben? Können hier nicht Anreize zur Sanierung seitens der Stadt erfolgen? Wissen die Eigentümer, dass sie Zuschüsse zur Fassadengestaltung erhalten können?
Aber klar ist auch, daß ohne Planungssicherheit für den Einzelhandel in diesem Bereich auch keine Anreize für Investitionen entstehen. Steht denn bereits fest, dass sich auf den 3.500 qm Lebensmittelhändler ansiedeln wollen? Kommt eine Markthalle? Es sollte ein leichtes sein, im Falle einer Markthalle auch einen Stand für Broer zu finden?
Die Mühlen in Paderborn mahlen extrem langsam...schade eigentlich, der Bereich um die Königsplätze und Marienstraße hätte eigentlich Potential...

Dass die sogenannte Zentralstation, die es ja nie wurde, geschlossen wird, ist nur zu begrüßen. Und dass für die Westerntorhaltestelle, die ja immer die eigentliche Zentralstation war, ein Ersatz gebaut wird, das ist auch mehr als notwendig.

Die Innenstadt von Paderborn ist ja nun wirklich exzellent per Bus angeschlossen.
Sollen die Busse noch innerhalb bestimmter Geschäfte halten?

Hat sich eigentlich jemand schon einmal Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen die Schließung der Zentralstation und der Haltestelle Westerntor für die Erreichbarkeit der östlichen Innenstadt sowie des Riemekeviertels per Bus hat? Zwischen Hauptbahnhof und Rathaus bzw. Am Bogen sowie zwischen Marienstraße und Karlstraße wird es keine Bushaltestelle mehr geben. Schon heute werden den Busfahrgästen nach ihrem Einkauf sehr lange Fußmärsche zugemutet. Hier werden einige Fahrgäste zukünftig lieber gleich mit dem PKW in die Stadt fahren oder sich eben an den heimischen PC setzen und im Internet bestellen. Und wer glaubt, mit einer zentralen Haltestelle an der Marienstraße würden sich die Luftwerte in der Friedrichstraße verbessern, ist sehr blauäugig. Schließlich müssen sämtliche Regionalbusse aus der Borchener Straße dann alle bis zur Marienstraße fahren und nach einem Halt wenden und zum Hauptbahnhof weiter fahren.

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