31-Jähriger muss sich nach Attacke mit Auto vor Gericht verantworten Der Angeklagte will schweigen

Paderborn (WB/upf). Was geschah am frühen Silvestermorgen auf der Dubelohstraße? Das versucht das Paderborner Schwurgericht aufzuklären. Ein 31 Jahre alter Mann hatte mit einem Auto einen anderen offenbar angefahren und verletzt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem versuchten Tötungsdelikt aus.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Der Vorfall hatte großes Aufsehen erregt, die Paderborner Polizei bildete die Mordkommission »Dubeloh«, die inklusive einer Nachstellung des Vorfalls ermittelte. Gestern zum Prozessauftakt vor dem Landgericht verlas Staatsanwalt Thomas Heinz die Anklage, die dem 31-Jährigen versuchten Totschlag, gefährliche Körperverletzung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehrs vorwirft – dagegen nimmt sich das tateinheitliche Fahren ohne Führerschein vergleichsweise harmlos aus.

Der Staatsanwalt geht davon aus, das es während einer Autofahrt zwischen dem Angeklagten und dessen von ihm getrennt lebender Ehefrau zu einem Streit kam – weil sie einen neuen Partner hatte. Als der Renault Clio auf der Dubelohstraße in der Nähe des REWE-Marktes stoppte, soll der 31-Jährige seine Frau aus dem Auto gezerrt haben – was der durch einen Zufall an jener Stelle vorbeikommende Nebenbuhler miterlebte. Als der 34-Jährige eingreifen wollte, soll der Angeklagte sich in das Auto gesetzt haben, etwa 50 Meter zurückgestoßen sein, um dann mit voller Beschleunigung auf den 34-Jährigen zuzufahren.

Das Opfer erlitt Verletzungen am Kopf und am Oberkörper

Dabei habe er mit dem Fahrzeug sogar noch einen Schlenker gemacht, um den Mann zu treffen – dieser sei trotz schneller Reaktion und einem Sprung zur Seite noch mit Kopf- und Schulter erfasst worden. Zu den Verletzungen, die der 34-Jährige laut Staatsanwaltschaft erlitten hat, gehören unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma, eine Distorsion der Halswirbelsäule und Schürfwunden. Der 31-Jährige flüchtete mit dem Auto und wurde erst am 2. Januar festgenommen. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Mehr als die Verlesung der Anklage brachte der Prozess am Mittwoch nicht: Der Angeklagte will schweigen, sein Anwalt musste sich wegen Urlaubs vertreten lassen. Am kommenden Mittwoch soll der Prozess mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt werden.

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