Vergesslichkeit kostet Monika Wiethoff 350 Euro Autofenster offen: Polizei lässt VW abschleppen

Paderborn (WB). Die Freude an dem kostenlosen Parkplatz für den Liboribesuch währte bei Monika Wiethoff nur kurz. Denn als sie zurückkehrte, war ihr Auto weg – abgeschleppt. Der Grund: Die Frau aus Hövelhof hatte aus Versehen das Fenster auf der Fahrerseite offen gelassen.

Von Maike Stahl
Teuer: Monika Wiethoff muss fast 350 Euro zahlen, weil sie ihren VW Golf mit geöffneter Scheibe parkte.
Teuer: Monika Wiethoff muss fast 350 Euro zahlen, weil sie ihren VW Golf mit geöffneter Scheibe parkte. Foto: Maike Stahl

Diese Unachtsamkeit kommt Monika Wiethoff teuer zu stehen. 249,90 Euro verlangt das Abschleppunternehmen, und 97 Euro Gebühr die Polizei, die den Abschlepper gerufen hatte, um das Eigentum der Frau zu schützen. »Eine bittere Bilanz für mich«, ärgert sich die Hövelhoferin. »Hätte jemand das Navi durch das geöffnete Fenster geklaut, hätte mich das nur 120 Euro gekostet.«

Aufmerksam wurde die Polizei auf die zu Dreiviertel geöffnete Fahrerscheibe des Golfs durch den Hinweis einer Anwohnerin. »Daraufhin haben die Kollegen die Halterin ermittelt und mehrfach versucht, sie über ihr Handy zu erreichen. Das ist das übliche Vorgehen in solchen Fällen«, erläutert Polizeisprecher Michael Biermann.

Paragraf 14 der Straßenverkehrsordnung

Monika Wiethoff bestätigt, dass sie mehrere Anrufe auf ihrem Handy hatte, das sie aber im Liboritrubel einfach nichts gehört habe. »Es geht mir auch nicht darum, der Polizei Vorwürfe zu machen«, stellt sie klar. »Ich glaube aber, dass vielen gar nicht bewusst ist, was so eine Unachtsamkeit nach sich ziehen kann.« Damit dürfte sie richtig liegen.

Allein in diesem Jahr hat die Paderborner Polizei bereits 83 Fahrzeuge abschleppen lassen. »Wir können die Zahlen nicht ganz exakt aufschlüsseln, es gibt auch Fälle von Fremdgefährdung. Bei den meisten ging es aber ebenfalls um Eigentumssicherung«, sagt Michael Biermann. »Neben der Eigentumssicherung müssen wir aber auch verhindern, dass das frei zugängliche Fahrzeug von anderen missbräuchlich genutzt werden kann.« Geregelt sei das in Paragraf 14 der Straßenverkehrsordnung.

Cabriofahrer nicht betroffen

Nicht betroffen von dieser Regelung sind übrigens Cabriofahrer. »Cabrios dürfen mit geöffnetem Verdeck geparkt werden«, sagt Michael Biermann. Auch wer das Fenster nur einen Spalt offen lasse, habe nichts zu befürchten.

Generell hätten die Fälle durch die Verbreitung von Zentralverriegelungen und elektrischen Fensterhebern deutlich zugenommen. »Früher konnten die Kollegen das Fenster hochkurbeln und die Knöpfe runterdrücken. Dann war das Auto wieder verschlossen, und den Besitzer erwartete höchstens eine Verwarnung«, sagt er. Das sei heute aber nicht mehr möglich. Monika Wiethoff ist sich jedenfalls sicher, dass ihr so ein Lapsus nicht noch einmal unterlaufen wird. »Und zu Libori nutze ich nächstes Jahr öffentliche Verkehrsmittel«, kündigt sie an.

Die 97 Euro Verwaltungsgebühr erhebt der Kreis Paderborn übrigens pauschal für solche und ähnliche Polizeieinsätze, wenn sie höchstens eine Stunde dauern. Danach wird’s teurer.

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