Pader Pride feiert »Ehe für alle« – AfD protestiert dagegen Friedliche Kundgebungen

Paderborn (WB/pia). Insgesamt 400 Personen haben sich an den Demonstrationen beteiligt, die nach Polizeiangaben friedlich verlaufen sind.

»Wir feiern die Ehe für alle«: Unter diesem Motto fand die Kundgebung von Pader Pride statt. Die 120 Teilnehmer zogen danach vom Rathaus zum Westerntor, wo sich ihnen weitere Demonstranten anschlossen.
»Wir feiern die Ehe für alle«: Unter diesem Motto fand die Kundgebung von Pader Pride statt. Die 120 Teilnehmer zogen danach vom Rathaus zum Westerntor, wo sich ihnen weitere Demonstranten anschlossen. Foto: Jörn Hannemann

»Wir feiern die Ehe für alle«: Unter diesem Motto von Pader Pride waren am späten Nachmittag vorm Rathaus etwa 120 Menschen zusammen gekommen. Der Verein ist erst im März gegründet worden und versteht sich als Interessenvertretung der Queer-Bewegung. Vorstandsvorsitzender Egbert Steinhoff sagte, er sei froh, »dass die ›Ehe für alle‹ endlich eine Tatsache ist.«

Dafür habe es viele Anläufe gebraucht. »Doch es ist nur ein Etappensieg«, sagte Steinhoff weiter, denn noch fehle in Deutschland zum Beispiel die gesellschaftliche Anerkennung und rechtliche Gleichstellung von Transsexuellen.

Im Anschluss erzählten gleichgeschlechtliche Paare ihre persönliche Geschichte. Vors Mikro traten Angela und Carmen Förster, die 2011 das fünfte Paar waren, das vor dem Paderborner Standesamt eine Lebenspartnerschaft eintragen ließ. Michael Wiemers-Tschernenko berichtete davon, wie er als Katholik zur evangelischen Kirche übergetreten ist, um mit seinem Partner getraut werden zu können.

Auf dem Platz vor der Herz-Jesu-Kirche hatten sich zwischenzeitlich etwa 50 Personen versammelt, um Vertreter der AfD zu hören. Günter Koch und Karl-Heinz Tegethoff vom Kreisverband Paderborn eröffneten mit programmatischen Reden den Bundestagswahlkampf, während Bundestagskandidat Andreas Kemper gegen die »Ehe für alle« Stellung bezog. Sie sei der Beginn eines »Multikulti-Phantasialandes«. Die AfD werde versuchen, sie juristisch zu verhindern, kündigte Kemper an.

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