Verträge unterzeichnet Erzbistum Paderborn kauft Franziskanerkloster in Werl

Werl Paderborn (epd). Das Erzbistum Paderborn hat das Gebäude und das Gelände des Franziskanerklosters in Werl gekauft. Die entsprechenden Verträge seien unterzeichnet worden, teilte das Erzbistum am Freitag in Paderborn mit.

Der Paderborner Dom.
Der Paderborner Dom. Foto: dpa

Mit dem Erwerb solle die traditionsreiche Marienwallfahrt nach Werl samt der Wallfahrts-Seelsorge »in eine gute Zukunft« geführt werden, erklärte der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt. Der Franziskanerorden hatte bereits vor über zwei Jahren angekündigt, sein Kloster in Werl aufzugeben.

Laut Hardt plant das Erzbistum, das Klostergebäude umzubauen, um dort ein Wallfahrtszentrum zu einzurichten, kündigte Generalvikar Alfons Hardt an. Darüber hinaus sollten im Kloster andere kirchliche Einrichtungen angesiedelt werden. Erzbischof Hans-Josef Becker werde rechtzeitig Seelsorger für die Wallfahrt beauftragen, hieß es weiter. Diese solle »ein festes und lebendiges Element« im Erzbistum Paderborn bleiben. Die Franziskaner verlassen den Angaben zufolge das Kloster zum Ende der Wallfahrtssaison 2019.

Die Stadt Werl ist der bedeutendste Marienwallfahrtsort des Erzbistums Paderborn und nach Kevelaer am Niederrhein und Altötting in Bayern der drittgrößte in Deutschland. Seit 1661 pilgern Menschen zum Gnadenbild der »Trösterin der Betrübten«. Nach Angaben des Erzbistums besuchen in der jährlichen Saison vom 1. Mai bis 1. November mehr als 100.000 Wallfahrer die Werler Madonna.

Das Gnadenbild gelangte 1661 aus der Soester Wiesenkirche nach Werl. Es wurde 1911 unter Papst Pius X. gekrönt. Die Krone ist ein kostbares Schmuckstück, das die Madonnenfigur lediglich zu hohen Feiertagen trägt.

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Die Kirche auf Abwegen

Die Kirche als Großgrundbesitzer – ist das christlich? Wohl kaum, wenn man tatsächlich Jesus Christus folgen würde. Denn ist es nicht so, dass er weltlichen Besitz ablehnte, weil man auch daran sein Herz hängt, statt Gott zu folgen (Wo dein Schatz ist, ist auch dein Herz, Mt. 6, 21). Ein Franziskanerkloster mit einem Madonnenbild soll nun in das Eigentum des Erzbistums Paderborn übergehen, damit die Gläubigen dorthin pilgern können, um es anzubeten – ist das biblisch? Wohl kaum, wenn man die Zehn Gebote ernst nimmt, denn ein solches Bild anzubeten ist Götzendienst und verstößt gegen das zweite Gebot (1. Mose 20, 4-6: Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen. Weder von dem was im Himmel noch auf Erden ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht). Und beten in aller Öffentlichkeit in so genannten Gotteshäusern – ist das christlich? Auch nicht, denn Jesus hat uns gesagt, wir sollten allein in unsere Kammer gehen und zu Gott im Verborgenen beten und es nicht tun wie die Heuchler, die wollen, dass sie von allen gesehen werden (Mt. 6,5).

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