Dubioser Shop bietet Instrumente unter »Musik Aktiv«-Impressum an Internet-Betrüger hintergeht Schallenberg

Paderborn (WB). Betrüger haben offenbar den guten Namen des Paderborner Musikhauses Schallenberg missbraucht, um Internetkäufer abzuzocken, die günstige Musikinstrumente und Zubehör erwerben wollen.

Von Maike Stahl
Rainer Schallenberg ist sauer. Für Internet-Betrügereien mit Instrumenten wurde sein Name missbraucht.
Rainer Schallenberg ist sauer. Für Internet-Betrügereien mit Instrumenten wurde sein Name missbraucht. Foto: Jörn Hannemann

»Als ich das mitbekommen habe, weil Geschädigte sich hier gemeldet haben, habe ich Anzeige erstattet«, erzählt Rainer Schallenberg. Viel Hoffnung, dass die Übeltäter gefasst werden, die hinter dem dubiosen Onlineshop audiosora.com stecken, hat er allerdings nicht. Der Shop sei über einen Provider in Australien gehosted.

Schallenberg: Kunden hätten stutzig werden müssen

»Wir haben jeden Tag sechs bis sieben Anrufe von Leuten, die darauf hereingefallen sind«, berichtet er im Gespräch mit dieser Zeitung. Allerdings hätten die dubiosen Betreiber die Startseite inzwischen gelöscht. »Dort wurden Instrumente und Zubehör 20 Prozent unter den üblichen Preisen angeboten.

Dazu gab es angeblich 20 Prozent Rabatt für Neukunden. Das ist für niemanden finanziell darstellbar. Da hätten die Kunden stutzig werden müssen«, sagt er. Mittlerweile seien auch unter audiosera.club Instrumente angeboten worden, berichtet Schallenberg.

Am meisten ärgert ihn die Frechheit

Was den Musikalienhändler am meisten ärgert, ist die Frechheit, mit der die Betrüger sich seines Namens bedient haben. »Wenn man auf Impressum geklickt hat, war dort unser Impressum samt Handelsregister-Eintrag und Geschäftsbedingungen zu finden«, berichtet Rainer Schallenberg. Lediglich die E-Mail-Adresse und die Telefonnummer hätten die Betreiber des dubiosen Shops geändert.

»Klar, sonst wären sie viel schneller aufgeflogen«, mutmaßt er. Stattdessen sind offenbar einige Kunden auf audiosora hereingefallen. »Manche, mit denen ich gesprochen habe, hatten schon überwiesen«, erzählt Schallenberg. Was ihn außerdem aufregt: »Das sind häufig Jungs, die ihr Erspartes zusammenkratzen, um Musik machen zu können. Die gucken jetzt in die Röhre.«

Geschäftsmann fürchtet um seinen guten Ruf

Auch »Musik aktiv« verkauft Instrumente über das Internet. »Das macht aber nur etwa fünf Prozent unseres gesamten Umsatzes aus«, sagt Schallenberg. Der Verkauf lebe durch die persönliche Beratung. Trotzdem fürchtet er, dass der gute Ruf seines Geschäfts Schaden nehmen könne.

Ein Betrugsfall wie dieser sei in Paderborn ein Einzelfall, sagt Polizeisprecher Michael Biermann. Wesentlich häufiger gingen Anzeigen geschädigter Kunden ein. Er rät wie Schallenberg, immer auf den Preis zu achten. »Ist der auffällig niedrig, sollten alle Alarmglocken schrillen.«

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