Neues Wasserrad im Paderquellgebiet arbeitet wie vor 500 Jahren Herzstück Paderborner Wasserkunst

Paderborn (WB/pic). Das Herzstück der Paderborner Wasserkunst ist seit Dienstagvormittag vor Ort: Ein Hofmann-Kran hat das fast drei Tonnen schwere Edelstahl-Wasserrad mit seinen 32 Schaufeln in die Börnepader eingesetzt.

Ein Kran hebt das 4,30-Meter-Ungetüm an seinen Platz im Paderquellgebiet.
Ein Kran hebt das 4,30-Meter-Ungetüm an seinen Platz im Paderquellgebiet. Foto: Besim Mazhiqi

Damit kann demnächst wie vor fast 500 Jahren Wasser aus dem Paderquellgebiet bergauf gefördert werden. Seit etwa vier Jahren tüftelt der Verein Freunde der Pader um seinen Vorsitzenden Vize-Bürgermeister Dietrich Honervogt an der Rekonstruktion der so genannten Wasserkunst im Paderquellgebiet.

Mit einer wahren Meistertechnik des 16. Jahrhunderts hatten pfiffige Paderborner mit Hilfe eines sechs Meter hohen Wasserrades aus Eichenholz Löschwasser aus der Börnepader unterhalb der Abdinghofkirche mindestens 20 Meter hoch über Holzleitungen in den Kump am Kamp befördert.

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Beim großen Stadtbrand (1506) hatte die Eimerkette versagt.

Dietrich Honervogt

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Das Paderquellgebiet, in dem etwa 200 Quellen pro Sekunde zwischen 3000 und 9000 Liter ausschütten, ist damit um eine Attraktion reicher. Auf dem Edelstahlrad ist der Name Erhard Christiani eingraviert: Der Burgherr der Dreckburg in Salzkotten hat das Konzept für diese Wasserkunstanlage entwickelt. Er hat die Verwirklichung nicht mehr erlebt und starb im März im Alter von 79 Jahren.

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