Paderborner Bäckerei verurteilt Hygienemängel: Großbäckerei muss 16.500 Euro Bußgeld zahlen

Paderborn/Hamm (epd). Wegen des Verstoßes gegen Hygienevorschriften bei der Lebensmittelproduktion ist eine Paderborner Großbäckerei zu Bußgeldern in Höhe von insgesamt 16.500 Euro verurteilt worden.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Wie das Oberlandesgericht in Hamm am Freitag mitteilte, blieb eine Rechtsbeschwerde des Geschäftsführers des Unternehmens gegen ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts Paderborn erfolglos (AZ: 4 RBs 172/17). Der Betroffene hatte die Hygienemängel trotz Beanstandung der Behörden nicht umgehend beseitigt und damit laut den Amtsrichtern vorsätzlich gehandelt. Ein Teil der Beanstandungen habe Produktionsbereiche betroffen, die in unmittelbarem Kontakt zu Lebensmitteln stehen, hieß es.

In zwei Betriebsstätten der Großbäckerei wurden bereits 2015 bei Kontrollen des zuständigen Amtes für Verbraucherschutz über 100 Hygienemängel in den Räumen und an den Maschinen beanstandet. So waren etwa Böden, Wandflächen und Maschinenteile verunreinigt. Die Lebensmittelkontrolleure fanden Spinnenweben und zum Teil lebende Maden unter anderem im Bereich von Knetern, Silos oder einer Mehlwiegestation.

Beanstandete Bäckerware lag aus

Der Geschäftsführer wurde aufgefordert, aus dem Mehl hergestellte Lebensmittel aus dem Handel zurückzurufen. Doch eine Kontrolle am nächsten Tag ergab, dass ein Teil der beanstandeten Bäckerware in den Geschäften auslag. Laut Behörde waren nicht alle Mitarbeiter des Bäckereibetriebes über den Auslieferungs- und Produktionsstopp unterrichtet worden. Für die zwei Verstöße gegen die Hygienevorschriften verhängte das Amtsgericht Paderborn im Jahr 2016 Geldbußen je in Höhe von 8000 Euro und 7000 Euro. Die unzureichende Rückrufaktion ahndete es mit einer Geldbuße von 1500 Euro. Der Betrieb wurde von der Behörde aber nicht gesperrt.

Das Oberlandesgericht in Hamm musste in zweiter Instanz über einen möglichen Verfahrensfehler der Paderborner Amtsrichter entscheiden. Die Richter wiesen die Rechtsbeschwerde der Großbäckerei allerdings als unbegründet ab. Der OLG-Beschluss ist rechtskräftig.

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Kommentare

Unmöglich

Ich finde es unmöglich, dass hier über die Mängel einer Großbäckerei berichtet wird und der Name nicht genannt wird! Warum nicht? Würde ein zahlender Inserent verloren gehen? Wo ist die viel zitierte Pressefreiheit? Oder sind die aufgedeckten Missstände allgemein Gang und Gebe und deshalb nicht so gravierend?! Das glaube ich allerdings nicht!

Zu wenig Kontrollen

Etwas salopp formuliert, anstatt die Bundeswehr im Ausland mit Milliarden Budget sollte der Staat lieber öfter die Firmen der Lebensmittelbranche kontrollieren und dafür etwas investieren, da verteidigt er uns effektiver.

Wie oft wurde besagte Bäckerei eigentlich zum Beispiel in den letzten 5 Jahren kontrolliert?

Nicht wichtig?

Sie finden es nicht wichtig genug den Namen zu nennen?
Wenn es um verunreinigte Backwaren geht, demnach auch die Gesundheit der Leute, finde ich, dass hier nur eine Bäckerei darunter leiden sollte anstatt alle.
Es ist nur rechtens, wenn die Bäckerei von den Anwohnern gemieden würde.
Jetzt bezahlt die Bäckerei eine geringe Strafe und selbst bei nicht zurückgeforderten Backwaren wird nichts gesperrt.

Aber es muss erst jemand daran erkranken bis man handelt.

Ohne Namen, werden hier alle Bäckereien abgestraft!

Liebes WB...

... wenn die Mängel nicht so gravierend sind, warum dann dieser Artikel??

Wenn eine Zeitungsredaktion Mängel wie Spinnenweben und zum Teil lebende Maden unter anderem im Bereich von Knetern, Silos oder einer Mehlwiegestation und die Tatsache, dass der Geschäftsführer des betreffenden Bäckereibetriebes die beanstandeten Backwaren trotz gegenteiliger behördlicher Weisung weiterhin zum Verkauf angeboten hat, für nicht gravierend hält, dann zeigt dies das "spezielle Geschmacksempfinden" der Redakteure. Immerhin war dem WB diese Lapalie ein Artikel wert. Also, ich werde zukünftig Backwaren aus Paderborner Bäckereien vorsichtshalber meiden.

Sehr geehrte Leser, wir halten die Mängel für nicht so gravierend, dass eine Namensnennung gerechtfertigt wäre.

Verdorbene Backwaren

Ich kann da meinem Vorgänger nur recht geben,warum wird der Name nicht veröffentlicht,muss man denn jetzt bei allen Bäckern in Paderborn aufpassen,auch wenn es ordentliche Betriebe sind ?

Ich verstehe nicht, warum in der Presse groß über den Fall ohne Namensnennung berichtet wird. So weiß ich in Zukunft gar nicht, ob ich Bäckerware, wenn sie denn aus einer Paderborner Bäckerei stammt, noch guten Gewissens kaufen kann. Da bleibt mir - und anderen Kunden - nur eines übrig: Sämtliche Bäckerwaren, die aus Paderborner Bäckereien stammen, im Regal liegenlassen, auch wenn dadurch seriöse Hersteller finanziell betroffen sind.

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