Handwerk stemmt sich gegen Pläne für grüne Zone in der Innenstadt Kreishandwerkerschaft gegen Umweltzone

Paderborn (WB/pic). Die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Detmold warnt davor, in der Paderborner Innenstadt eine Umweltzone mit einer kompletten Sperrung für Dieselfahrzeuge auszuweisen. Dann sei die Versorgungssicherheit der Innenstadt gefährdet, sagte Handwerks-Hauptgeschäftsführer Peter Gödde (60) vor Medienvertretern.

So sieht die Schadstoff-Messstelle des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in der Bahnhofstraße aus: Dieser so genannte Passivsammler wird monatlich ausgetauscht und die Messergebnisse ausgewertet.
So sieht die Schadstoff-Messstelle des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in der Bahnhofstraße aus: Dieser so genannte Passivsammler wird monatlich ausgetauscht und die Messergebnisse ausgewertet. Foto: Jörn Hannemann

Das Handwerk mit kreisweit 1900 Betrieben und rund 15.000 Beschäftigten reagiert damit auf Überlegungen der Bezirksregierung, die wegen anhaltend hoher Feinstaub- und Stickoxidbelastungen in der City auch für Paderborn eine Umweltzone erwägt (wir berichteten am 24. Mai). Handwerker müssten mit ihren Fahrzeugen Baustellen und Auftraggeber in der Innenstadt erreichen. Das sei unbedingt sicherzustellen, sagte Geschäftsführer Carl-Christian Goll: »Handwerksbetriebe mit ihren Transportern sind kleinste Verursacher von Luftverunreinigungen.«

Kurzfristig könnten Handwerksbetriebe ihre Fahrzeuge nicht umrüsten. Und selbst langfristig sei dies mit erheblichen Kosten verbunden, die sich am Ende auf die Preise für Kunden auswirkten. Ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge bezeichnet Goll als die schlechteste Lösung.

Die heimische Kreishandwerkerschaft begrüße grundsätzlich Maßnahmen, die Feinstaub- und Stickoxidbelastungen verringerten. Eine Umweltzone will das Handwerk aber verhindern.

Das Paderborner Handwerk wolle sich an Gesprächen über alternative Lösungen zur Luftverbesserung beteiligen. So sei ein Car-Sharing-Modell für den Lieferverkehr vorstellbar, das in Bundesländern wie Baden-Württemberg schon erprobt werde. Eine Umrüstung auf Elektrofahrzeuge nehme wohl noch viel Zeit in Anspruch, sagte Carl-Christian Goll.

Nach Messungen aus dem Jahr 2016 werden in der Friedrich- und Bahnhofstraße sowie in der Residenzstraße in Schloß Neuhaus Schadstoff-Grenzwerte um etwa zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten, sagt die Bezirksregierung.

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