Joel Burow (12) aus Paderborn startet Spendenaktion für seinen kranken Bruder Ein Delfin für Leon

Paderborn (WB). Auch wenn Barbara Burow sich nicht gerne anmerken lässt, was sie bedrückt: Ihrem Sohn Joel kann sie es nicht verheimlichen. Zu offensichtlich sind die Sorgen, die mit der Betreuung seines schwerbehinderten großen Bruders oft einhergehen. Deshalb wünscht sich der Zwölfjährige nichts sehnlicher, als einmal zwei unbeschwerte Wochen miteinander zu verbringen.

Von Maike Stahl
Eine Delfintherapie wünschen sich Barbara Burow und ihr Sohn Joel (12) für den schwerbehinderten Leon-Maurice. Der 16-Jährige leidet unter tuberöser Sklerose und macht gerade pubertätsbedingt eine besonders schwere Zeit durch.
Eine Delfintherapie wünschen sich Barbara Burow und ihr Sohn Joel (12) für den schwerbehinderten Leon-Maurice. Der 16-Jährige leidet unter tuberöser Sklerose und macht gerade pubertätsbedingt eine besonders schwere Zeit durch. Foto: Jörn Hannemann

Ohne seiner Mutter davon zu erzählen, hat er im vergangenen Jahr begonnen, Briefe zu schreiben, in der Hoffnung, Unterstützung für eine Delfintherapie für Leon Maurice zu erhalten. Zunächst hagelte es freundliche, aber bestimmte Absagen, doch der Verein Sterntaler, der dem gerade 16 gewordenen Leon auch das Therapeutische Reiten ermöglicht, ermunterte Joel, sich direkt an Dolphin Aid zu wenden. »Von denen habe ich eine sehr nette Antwort bekommen, allerdings auch mit dem Hinweis, dass sie nur ein Spendenkonto für Leon eröffnen können, wenn ich Mama mit ins Boot hole«, erzählt der Siebtklässler.

"

»Joel hat mir seine E-Mail gezeight, und ich musste erst einmal weinen.«

Barbara Burow

"

Die konnte zunächst gar nicht glauben, was Joel ihr da berichtete. »Dann hat er mir die E-Mail gezeigt, die er geschrieben hat, und ich musste erst einmal weinen«, erzählt die Sizilianerin noch immer sichtlich gerührt. Denn eine Delfintherapie hatte sie sich für Leon, der genetisch bedingt unter tuberöser Sklerose leidet, schon lange gewünscht. »Für mich als alleinerziehende Mutter mit einem Minijob wäre das aber überhaupt nicht finanzierbar«, hat sie schnell festgestellt. Einen möglichen Weg zeigte ihr nun Markus Rossow aus der Dolphin-Aid-Geschäftsstelle auf. Er legte ein Spendenkonto für Leon an, dass Barbara und Joel Burow nun mit Hilfe möglichst vieler Spender füllen müssen.

Tuberöse Sklerose

Durch die Erkrankung bilden sich bei Leon gutartige Tumore im gesamten Körper, vor allem aber im Gehirn, wo sie fast täglich epileptische Anfälle auslösen. Leon ist dadurch auf dem Entwicklungsstand eines Einjährigen, muss gefüttert und gewickelt werden, hat aber die Statur einen 16-Jährigen, was seine zierliche Mutter, die ihren Sohn so lange es geht, zu Hause betreuen möchte, auch körperlich vor große Herausforderungen stellt.

»Das ist eine echte Herausforderung, denn Herr Rossow hat uns erklärt, dass wir für eine zweiwöchige Therapie im Dolphin Therapy Center auf Curacao, mit dem der Verein zusammenarbeitet, etwa 10 000 Euro aufbringen müssen«, erzählt sie. Aber wenn sie zweifelt, ob das zu schaffen ist, muss sie nur den Brief von Joel an Dolphin Aid lesen, um wieder neuen Mut zu schöpfen. Er schreibt wörtlich: »Ich würde natürlich auch total Spaß haben vor allem wenn ich sehen würde das mein Bruder Leon mit Delfinen schwimmen kann und Spaß hat und mal wieder etwas mehr lacht und Mama auch. Sie sagt immer dass sie sich das von ganzem Herzen wünscht für uns damit wir mal zusammen Urlaub machen können und damit Leon auch etwas Freude am Leben hat.«

"

»Am glücklichsten ist Leon immer im Wasser.«

Barbara Burow

"

»Am glücklichsten ist Leon immer im Wasser. Wenn er in der Badewanne liegt, strahlt er«, erzählt Barbara Burow. Deshalb sei auch die Idee mit der Delfin-Therapie entstanden. Vor allem verspricht sie sich für Leon, dass die Therapie seiner Apathie, Depressionen und Aggressionen entgegenwirkt, die die Pubertät beim ihm mit sich gebracht hat. »Auf die Medikamente spricht er leider nicht an. Und seine Aggressionen richten sich meistens gegen sich selbst. Es ist nur schwer auszuhalten, nichts dagegen tun zu können«, sagt sie.

"

»Ich liebe Leon, auch wenn viele ihn blöd angucken.«

Joel Burow

"

Das wird dank Joels Initiative nun vielleicht doch möglich. Bei zwei Heimspielen der Paderborn Dolphins wurde bereits gesammelt, andere kleine Initiativen sind gestartet. Barabara Burow, Leon und Joel hoffen, dass noch mehr Ideen dazu kommen. Denn für Joel, der sich natürlich manchmal ein unbeschwerteres Leben wünscht, gilt: »Ich liebe Leon, auch wenn ihn viele blöd angucken und er uns am Wochenende und in den Ferien nie ausschlafen lässt.«

Das Spendenkonto für Leon bei Dolphin Aid: (IBAN DE 52 3005 0110 0020 0024 24; BIC DUSSDEDDXXX, Verwendungszweck Leon-Maurice Burow). Weitere Informationen gibt es im Internet .

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.