Kampfsportler müssen wegen Messerattacke in Paderborn vor Gericht Anklage wegen versuchten Totschlags

Paderborn (WB). Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat gegen zwei armenische Brüder aus Paderborn bei der Jugendstrafkammer des Landgerichts Anklage wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung erhoben. Die beiden beschuldigten Kampfsportler im Alter von 18 und 20 Jahren sollen mit Messern zwei Syrer (18 und 22 Jahre alt) zum Teil lebensgefährlich verletzt haben.

Rückblende: Am Freitag, 24. Februar, sind in Paderborn an der Bahnhofstraße zwei Syrer niedergestochen worden. Demnächst müssen sich die mutmaßlichen Täter vor Gericht verantworten.
Rückblende: Am Freitag, 24. Februar, sind in Paderborn an der Bahnhofstraße zwei Syrer niedergestochen worden. Demnächst müssen sich die mutmaßlichen Täter vor Gericht verantworten. Foto: Jörn Hannemann

Die Tat im Bereich der Bahnhofstraße hatte am Freitag, 24. Februar, für reichlich Aufsehen gesorgt. Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen, so die Staatsanwaltschaft, kam es um 19.15 Uhr im Bereich der Bahnhofstraße in Paderborn vor einem Fitnessstudio zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei rivalisierenden Personengruppen. »Beide Lager waren aufgrund vorangegangener Streitigkeiten offenbar einer Auseinandersetzung nicht abgeneigt«, heißt es im Bericht der Staatsanwaltschaft.

Mehrere Prellungen und lebensgefährliche Stichverletzungen

Bei der Auseinandersetzung soll zunächst einer der beschuldigten Kampfsportler seinen syrischen Kontrahenten mit einer etwa ein Meter langen Stange gegen den Kopf und die Hand. Das Opfer trug erlitt mehrere Prellungen.

Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung soll der zweite mutmaßliche Täter den zweiten Syrer mit einem Messer in den Oberkörper gestochen haben. Der junge Mann wurde dabei lebensgefährlich verletzt.

Unmittelbar darauf soll der erste Angeschuldigte ebenfalls ein Messer gezückt haben und auf sein erstes Opfer eingestochen haben. Der Syrer erlitt nun zu den Prellungen auch noch eine mehrere Zentimeter breite und tiefe Verletzung, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.

Opfer sacken auf Gehweg zusammen

Die beiden Opfer flüchteten trotz ihrer schweren Verletzungen vom Tatort, sackten jedoch kurze Zeit später auf dem Gehweg zusammen. Auch die Angeschuldigten verließen nach den Übergriffen fluchtartig den Tatort, konnten aber noch am selben Abend festgenommen werden. Sie sitzen seither in Untersuchungshaft.

Die beiden Angeklagten, die sich hier seit 2013 bzw. 2014 zunächst unter falschen syrischen Personalien aufhielten, haben laut Staatsanwaltschaft angegeben, sie hätten sich gegen die Opfer nur verteidigen wollen. Die Ermittlungen hätten inzwischen ergeben, dass die Syrer unbewaffnet waren.

Ein Termin für Hauptverhandlung ist noch nicht bekannt.

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