Zusatzschild am Dr.-Rörig-Damm gibt Auskunft über früheren Paderborner Arzt Röntgenarzt stirbt selbst an Strahlung

Von Manfred StieneckePaderborn (WB). Viele Straßennamen erschließen sich dem Bürger nicht sofort. Der Heimatverein Paderborn macht sich deshalb dafür stark, die Straßenschilder mit erläuternden Zusatztafeln auszustatten.

Nach wem der Dr.-Rörig-Damm in der Stadtheide benannt worden ist, können Bürger jetzt auf einem Zusatzschild nachlesen.
Nach wem der Dr.-Rörig-Damm in der Stadtheide benannt worden ist, können Bürger jetzt auf einem Zusatzschild nachlesen. Foto: Stienecke

An einigen Stellen im Stadtbild gibt es sie schon. Jetzt ist der Dr.-Rörig-Damm in der Stadtheide hinzu gekommen. Der stellvertretende Bürgermeister Dietrich Honervogt enthüllte das Zusatzschild am Samstag, 25. Juni, an der Ecke Bayernweg. Man muss allerdings schon genau hinschauen, wenn man sich über den Namenspaten Dr. Anton Rörig orientieren möchte. Die Fülle der Informationen machte eine kleine Schrift erforderlich.

Anwohner und interessierte Bürger können jetzt auf der Erläuterungstafel lesen, wer dieser Doktor eigentlich gewesen ist. Sie erfahren das Geburtsjahr 1852 und den Geburtsort Leiberg des Paderborner Mediziners, sein Sterbejahr (1915) und etwas über die besonderen Leistungen des Lungenfacharztes. So war Dr. Anton Rörig einer der ersten Ärzte, die auch homöopathische Arzneien verordneten. Vor allem aber gilt er als einer der Pioniere der Röntgentechnik, deren Gefährlichkeit in der Anfangszeit unterschätzt wurde. Dr. Rörig und sein Laborgehilfe Heinrich Sprenger wurden selbst Opfer der von ihnen eingesetzten Röntgenstrahlung. Beide starben 1915 an den Folgen der Strahlenvergiftung, wie Dr. Klaus Hohmann, Vorstandsmitglied des Paderborner Heimatvereins, bei der Enthüllung berichtete.

Erläutert wird auf dem kleinen Schild aber auch die wechselvolle Geschichte der Straßenbezeichnung. So hieß die Hauptstraße in der Stadtheide bis 1917 »Schinkendamm« – eine Verballhornung von Faschinekendamm, wie Dr. Hohmann erläutert. »Faschinen sind eine Verbindung von Bohlen und Flechtwerk zur Befestigung von Dammwegen, in diesem Fall in sumpfigem Gelände.« Bis 1945 trug die Straße dann den Namen »Hindenburgdamm«, bevor nach dem Krieg der alte Reichspräsident dem Paderborner Arzt als Namensgeber weichen musste.

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