Hunderte Beschäftigte legen in Paderborn und Bielefeld ihre Arbeit nieder - Fackelzug bei Benteler um Mitternacht Metaller fordern fünf Prozent mehr Geld

Paderborn/Bielefeld (WB). Mit Ablauf der Friedenspflicht haben in der vergangenen Nacht hunderte Metaller in Paderborn und Bielefeld ihre Arbeit niedergelegt. Allein in Paderborn versammelten sich mehr als 300 Beschäftigte zum ersten Warnstreik in der aktuellen Tarifkonflikt vor den Toren der Benteler-Werke. 

Von Jörn Hannemann und Guido Vogels
Mehr als 300 Benteler-Beschäftigte haben sich in der vergangenen Nacht zu einem einstündigen Warnstreik vor den Werkstoren versammelt, um den Forderungen der IG Metall im aktuellen Tarifkonflikt Nachdruck zu verleihen.
Mehr als 300 Benteler-Beschäftigte haben sich in der vergangenen Nacht zu einem einstündigen Warnstreik vor den Werkstoren versammelt, um den Forderungen der IG Metall im aktuellen Tarifkonflikt Nachdruck zu verleihen. Foto: Jörn Hannemann

Damit reagiert die Arbeitnehmervertretung auf die jüngste Verhandlungsrunde, die am gleichen Tag ohne Ergebnis zu Ende gegangen war. Pünktlich um Mitternacht ging es vor den Toren des großen Automobilzulieferers los.

Im Fackelschein und begleitet von lauten Trillerpfeifen versammelten sich Streikende der Nachtschicht aus den Werken Benteler Steel Tube in Schloß Neuhaus (etwa 230) sowie der Bahnhofstraße (etwa 70) am Benteler-Haupteingang an der Bielefelder Straße. Mit insgesamt mehr als 2500 Mitarbeitern an den Standorten in Paderborn zählt Benteler Steel Tube zu den größten Arbeitgebern im Hochstift.

Begrüßt wurden die Streikenden von Camelo Zhangi, Erster Bevollmächtigter der IG Metall  Paderborn, sowie dem Betriebsratsvorsitzenden Heinz Krystofiak. Beide bezeichneten die Angebote des Arbeitgeberverbandes »als Respektlosigkeit und Missachtung der Arbeitsleistung der Beschäftigten in dieser Branche«.

»Die Beschäftigten haben auf das erste Arbeitgeberangebot empört reagiert und sind einfach nur sauer«, betonte Camelo Zhangi. Die IG Metall verlangt eine Lohnsteigerung von fünf Prozent. Die Arbeitgeber haben bisher nur 0,9 Prozent mehr und eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent angeboten.

Streik auch in Bielefeld

Zeitgleich legten auch in Bielefeld-Brackwede Mitarbeiter vom Unternehmen Gestampf-Umformtechnik ihre Arbeit nieder und kamen zu einer Kundgebung zusammen.

Warnstreik bei Gestamp in Bielefeld. Foto: Guido Vogels

Nahezu alle 200 Mitglieder der Nachtschicht beteiligten sich an der Aktion, mit der gegen das Angebot der Arbeitgeberseite protestiert werden sollte. 

»Das ist eine Kampfansage an die IG Metall«, brachte Ute Herkströter, die erste Bevollmächtigte der Bielefelder IG Metall-Geschäftsstelle, auf den Punkt, was man dort von dem Angebot hält. Nach ihren Worten soll die Warnstreik-Welle in der nächsten Woche fortgesetzt werden. 

Mehr zu dem Tarifkonflikt und dem Warnstreik lesen in der Wochenendausgabe des WESTFALEN-BLATTES.

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