Bonifatiuswerk unterstützt Projekte der Flüchtlingsarbeit Willkommenskultur gestalten

Paderborn (WB). Immer mehr Menschen suchen Zuflucht und ein Leben in Frieden und ohne Angst. Gesellschaft, Kirche und Politik sind gefordert, eine »Willkommenskultur« zu gestalten, die Neuankommende mit offenem Herzen begegnet und ihnen eine neue Heimat gibt. Das europaweit tätige Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken möchte eine solche Willkommenskultur mitgestalten.

Monsignore Georg Austen, Prof. Dr. Ulrike Kostka (Mitte) und die Musikerin Kathy Kelly präsentieren die neue Willkommenstasche des Bonifatiuswerkes in der Herz-Jesu-Gemeinde in Berlin. Die Taschen werden an Flüchtlinge verteilt.
Monsignore Georg Austen, Prof. Dr. Ulrike Kostka (Mitte) und die Musikerin Kathy Kelly präsentieren die neue Willkommenstasche des Bonifatiuswerkes in der Herz-Jesu-Gemeinde in Berlin. Die Taschen werden an Flüchtlinge verteilt. Foto: Patrick Kleibold

Es unterstützt verstärkt Projekte der Flüchtlingsarbeit in ganz Deutschland. Für die Integration der Menschen in den Kirchengemeinden wurde eine Willkommenstasche entwickelt, die einen ersten und vor allem direkten Kontakt mit Neuankommenden ermöglicht. Dieses Willkommenspräsent ist gerade in der Herz-Jesu-Gemeinde in Berlin vom Bonifatiuswerk gemeinsam mit der Caritas Berlin präsentiert worden.

In der Tasche, auf der in verschiedenen Sprachen das Wort »Willkommen« steht, befinden sich unter anderem das Neue Testament, der Messablauf in acht Sprachen, ein Rosenkranz, ein Willkommens-Buch mit anregenden Texten und Gedichten sowie weitere nützliche Dinge. Die Tasche ist ein Grundstock und gibt genügend individuellen Spielraum, so dass jede Gemeinde Dinge herausnehmen oder hinzufügen kann: den Pfarrbrief oder eine Liste mit Telefonnummern.

Gedanke der Gemeinschaft

Die Tasche kann so noch konkreter für die jeweilige Zielgruppe angepasst werden.
»Mit unserer diesjährigen Diaspora-Aktion, zu der wir die Willkommenstasche entwickelt haben, richten wir den Blick auf das Thema der Willkommenskultur. Neuankommende in unseren Gemeinden aufzunehmen und ihnen eine Heimat zu geben, das ist das zentrale Anliegen. Im Mittelpunkt steht der Gedanke der Gemeinschaft.

Konkret heißt das: Keiner soll alleine glauben. Unser Glaube braucht Gemeinschaft. Diese wird erst dann lebendig, wenn wir Menschen anderer Kulturen nicht als Befremdung, sondern als Bereicherung erfahren und unser Herz öffnen«, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.

Gleichzeitig verurteilte Austen jedwede Form von Gewalt und Aggression gegenüber Minderheiten, Neuankommenden und Menschen, die in anderer Weise auf Hilfe angewiesen sind. Zudem betonte er, dass das Engagement für eine Willkommenskultur sich aus dem christlichen Glauben ergebe, der die Unterstützung von Neuankommenden fordere. Gleichzeitig bedankte er sich bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in den Gemeinden.

Offene und gelebte Willkommenskultur 

Wie wichtig eine offene und gelebte Willkommenskultur ist, unterstrich auch die Diözesancaritasdirektorin Berlins, Prof. Dr. Ulrike Kostka, die über aktuelle Probleme der Flüchtlinge und über das Engagement der Caritas berichtete. Gleichzeitig dankte Kostka dem Hilfswerk für dessen Unterstützung unter anderem der Caritas-Flüchtlingsunterkunft im Berliner Sankt-Hedwigs-Krankenhaus. Die Unterstützung brauche auch weiterhin einen »langen Atem«, betonte Kostka.

Europa müsse sich darauf einstellen, dass es in den kommenden Jahren immer wieder Engpässe bei der Aufnahme von Zuwanderern geben werde. Wichtig sei deshalb, »den Impuls zu helfen auf lange Sicht zu erhalten.« Musikalisch begleitet wurde der Termin von der Musikerin Kathy Kelly (Kelly Family).

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