Konzept zu Lichtenauer Wirtschaftswegen liegt jetzt vor
Elf Millionen Euro Investition nötig

Lichtenau -

860 Kilometer Wirtschaftswege gibt es in der Flächengemeinde Lichtenau. Mit 450 Kilometern ist die Stadt für mehr als die Hälfte davon verantwortlich. Die übrigen Wege befinden sich in Privatbesitz. Obwohl die städtischen Wege häufig in einem guten Zustand sind, gibt es für die Instandhaltung oder Sanierung doch so einiges zu tun und zu investieren.

Dienstag, 10.11.2020, 01:27 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 06:12 Uhr
Haben interessierten Bürgern im Technologiezentrum das Lichtenauer Wirtschaftswege-Konzept vorgestellt (von links): Markus Lübbers (Stadt Lichtenau), Bürgermeisterin Ute Dülfer und Eduard Schwarz, Mitarbeiter des Beratungsunternehmens Ge-Komm.

Das Wirtschaftswege-Konzept, das die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Ge-Komm GmbH (Gesellschaft für kommunale Infrastruktur) aus dem Osnabrücker Land erarbeitet hat, ist jetzt fertig und interessierten Bürgern in einer öffentlichen Veranstaltung im Technologiezentrum vorgestellt worden.

Welche Wege und Brücken sind für die Stadt unverzichtbar und haben eine hohe Priorität? Welche könnten im Standard gesenkt, ökologisch aufgewertet oder sogar ganz aufgegeben werden? Welche Wege sind für die Allgemeinheit entbehrlich und könnten einzelnen Interessenten oder Nutzergruppen zur Verfügung gestellt werden? Antworten auf diese und ähnliche Fragen gibt das Gutachten. Die Stadt braucht ein solches Konzept, denn nur damit wird es möglich, Fördermittel für Investitionen in die Wirtschaftswege nach Lichtenau zu holen. Daher hat die Bezirksregierung Detmold die Erstellung des Gutachtens mit Mitteln der Europäischen Gemeinschaft, des Bundes und des Landes gefördert. Die Ge-Komm hat in einem ersten Schritt alle öffentlichen und privaten Wege entsprechend ihrer Bedeutung und Funktion klassifiziert.

Eduard Schwarz, Mitarbeiter der Ge-Komm beurteilte die Beschaffenheit der städtischen Wirtschaftswege überwiegend als gut. Bei 70 Prozent der Wege seien lediglich Einzelmaßnahmen erforderlich, bei 8,5 Prozent bestehe sogar gar kein Sanierungsbedarf. In seinen weiteren Ausführungen stellte Schwarz den Besuchern die erarbeiteten Handlungsempfehlungen vor. So seien 22 Kilometer des Wegenetzes in den kommenden fünf Jahren zu sanieren. Weitere 4,5 Kilometer bedürfen einer mittelfristigen Sanierung. Die Gesamtkosten belaufen sich nach seiner Schätzung auf rund elf Millionen Euro. Im Langfristbereich (bis 20 Jahre) sei mit weiteren Kosten von zehn Millionen Euro zu rechnen.

Schwarz schlug zur Finanzierung der Maßnahmen verschiedene Möglichkeiten vor. Unter anderem verwies er auf ein Förderprogramm des Landes NRW zur Modernisierung ländlicher Infrastruktur. Ein entsprechender Förderantrag könne, nach Genehmigung des erstellten Wirtschaftswegekonzeptes durch die Bezirksregierung, gestellt werden. Projekte in Lichtenau könnten mit einem Fördersatz von 70 Prozent, maximal 500.000 Euro bezuschusst werden. Das Land habe im Jahr 2020 ein Volumen von 6 Millionen Euro für Sanierung der Wirtschaftswegen bereit gestellt.

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