Neues Haltebecken in Henglarn wird bei Trockenfallen der Altenau zur Zuflucht für Fische
Rettungsteich für Bachforellen

Lichtenau-Henglarn -

An der Kläranlage Altenautal in Henglarn gibt es jetzt ein Fischhaltebecken. Es dient als Rettungsort vor allem für Bachforellen, aber auch für Elritzen, Äschen, Mühlkoppen und Stichlinge, wenn die Altenau trocken fällt.

Freitag, 06.11.2020, 18:06 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 18:10 Uhr
Haben den neuen Fischhalteteich in Henglarn vorgestellt (von links): Stadtwerke-Geschäftsführer Hermann Dickgreber, Josef Röseler und Volker Wedeking vom Angelsportverein sowie Markus Meschede (Stadtwerke) und Johannes Schäfer (Wasserverband Obere Lippe). Foto: Hanne Hagelgans

Dass die Altenau im Sommer und Herbst nur noch wenig oder sogar gar kein Wasser mehr führt, beobachten die Mitglieder des Angelsportvereins Henglarn schon seit mehreren Jahren mit Sorge. Gerade in den vergangenen Jahren sei das Trockenfallen extrem gewesen, bestätigt Johannes Schäfer vom Wasserverband Obere Lippe. War noch ein bisschen Wasser vorhanden, konnten die Hobbyangler die Fische bisher retten, indem sie sie an Stellen mit genug Wasser umsetzten. „Obwohl es auch da schon Probleme gegeben hat, wenn sich zu viele Fische an einem Ort befanden“, sagt Vorsitzender Volker Wedeking.

Das kann nun mit dem neuen Fischhalteteich an der Kläranlage nicht mehr passieren. Er ist mit fünf mal zehn Metern und einer Tiefe von knapp zwei Metern an der tiefsten Stelle groß genug für etwa 80 Bachforellen, die hohe Anforderungen an die Wasserqualität stellen, und unzählige kleinere Fische.

Das Wasser wird aus dem Schönungsteich, in dem sich das fertig geklärte Wasser befindet, in den Fischhalteteich gepumpt. Dort wird es umgewälzt und gefiltert, damit sich die Fische in ihrem Asyl auch wohlfühlen. Nahrung finden sie dort allerdings nicht ausreichend, so dass die Mitglieder des Angelsportvereins sie täglich füttern müssen.

Eigentlich hatten sich die rund 50 Vereinsmitglieder schon lange einen Angelteich gewünscht und dafür Geld zurückgelegt. Doch das Problem der ausgetrockneten Altenau wurde so drängend, dass der Vorstand der Mitgliederversammlung vorschlug, das Geld stattdessen für einen Auffangteich zur Fischrettung zu verwenden. Die Mitglieder stimmten zu – und das taten, ein bisschen zur Überraschung der Angler, auch sofort die Stadtwerke und die Stadtverwaltung Lichtenau. „Hier gibt es immer genug Wasser“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Hermann Dickgreber, „darum bot sich dieser Ort an.“

Die örtlichen Behörden halfen den Hobbyanglern auch bei der Beantragung von Landesfördermitteln aus der Fischereiabgabe. 5000 Euro flossen schließlich, noch einmal in etwa die gleiche Summe musste aus der Vereinskasse aufgebracht werden. Ein Pachtvertrag mit den Stadtwerken wurde geschlossen, und dann konnte es losgehen. Mit professioneller Unterstützung, aber auch mit viel Eigenleistung gingen die Henglarner Angler daran, ihren Teich zu verwirk­lichen. Im September war er fertig – fast keinen Tag zu früh. Denn just zu diesem Zeitpunkt führte die Altenau tatsächlich praktisch kein Wasser mehr, und die ersten Fische konnten direkt in den neuen Teich ein­ziehen.

Bis zum Beginn des neuen Jahres, so schätzt Volker Wedeking, werden sie dort nun wohl bleiben. Wenn dann im Januar wieder genug Wasser in der Altenau ist, öffnen die Angler einen Schieber. Und Äschen, Bachforellen und Co. können in ihren natürlichen Lebensraum zurückschwimmen.

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