Ortsvorsteher Andreas Rehermann gibt sein Amt nach 31 Jahren weiter
Viel bewegt in und für Hakenberg

Lichtenau (WB). 1989 wird im kleinen Ort Hakenberg der damals 23-jährige Andreas Rehermann zum jüngsten Ortsvorsteher in ganz NRW gewählt. Nun, 31 Jahre später, gibt er sein Amt weiter.

Montag, 02.11.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 05:20 Uhr
Ortsvorsteher Andreas Rehermann mit seiner Nachfolgerin Klara Leifeld an der neu gestalteten alten Milchbank Foto: Michael Kalus

Als der damals amtierende Ortsvorsteher von Hakenberg, Josef Kanne, den jungen Mann fragte, ob er nicht seine Nachfolge antreten wolle, sagte dieser direkt zu. Kein Wunder, denn aufgewachsen in einem politisch aktiven Haushalt – der Vater war damals im Gemeinderat tätig – wurde zu Hause häufig über Politik diskutiert und somit beim Sohn schon früh das politische Interesse geweckt. Dass seine Amtszeit mehr als drei Jahrzehnte andauern würde, hätte er damals wohl selbst nicht gedacht.

Längst vergessen ist heute die allererste Ratssitzung, in welcher Andreas Rehermann unter dem schallenden Gelächter der anwesenden Ratsmänner zu seinem „richtigen“ Platz gerufen wurde, da er aus Unwissenheit fälschlicherweise in den Reihen der anderen Partei saß.

Erste Maßnahme war der Bau der Friedhofskapelle

Aus seiner Motivation heraus, immer etwas für Hakenberg erreichen zu wollen, wurde dann im Laufe der Jahrzehnte so einiges bewegt. Die erste Maßnahme des jungen Ortsvorstehers war damals der Bau einer eigenen Friedhofskapelle. Auch wenn einige Einheimische diesem Projekt anfänglich sehr skeptisch gegenüberstanden, wurde es durch Spendengelder schließlich realisiert und wird bis zum heutigen Tage genutzt. Zusammen mit den Vereinen und aktiven Dorfbewohnern wurden darüber hinaus das Heimathaus erweitert, die Kirche renoviert, eine Hütte gebaut und regelmäßig neue Baugebiete ausgewiesen.

In jüngster Zeit wurden der Wasserbehälter und der Dreiangel als Mittelpunkt des Dorfes in Eigenleistung erneuert. Diese sichtbaren Projekte prägen das Dorfbild Hakenbergs bis heute. Doch mindestens genauso viel Arbeit steckt bei all diesen Projekten im Hintergrund.

Schönster Augenblick: das Jubelschützenfest 1996

Stets das Beste für die Allgemeinheit zu wollen, stellte An­dreas Rehermann aber auch vor schwierige Aufgaben. Herausforderndstes Vorhaben in all den Jahren als Ortsvorsteher seien die Kanalbauarbeiten im Dorf gewesen, die mit dem Jubelschützenfest 1996 abgeschlossen wurden. Durch den schön renovierten Ort zu marschieren und anschließend auf der Ehrentribüne stehen zu dürfen, seien nach eigenen Aussagen rückblickend einer der schönsten Augenblicke seiner Amtszeit gewesen.

Nun endet seine Amtszeit mit der nächsten Wahlperiode. Die Nachfolge tritt Klara Leifeld an. „Ich werde eine ganze Weile brauchen, um mich um nichts mehr zu kümmern“, gibt Andreas Rehermann unumwunden zu. Denn in der Versenkung zu verschwinden, komme für ihn nicht in Frage. Auch weiterhin will er ein aktiver Teil des Dorfgeschehens bleiben. Dabei ist es sein Wunsch für die nächsten Jahre, dass die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, dass möglichst viele junge Menschen in Hakenberg wohnen bleiben.

„Die Dorfgemeinschaft bedankt sich bei Andreas Rehermann für sein jahrzehntelanges Engagement und sein Durchsetzungsvermögen als Ortsvorsteher und weiß es zu schätzen, auch in Zukunft auf ihn als aktives Dorfmitglied bauen zu dürfen“, sagt Klara Leifeld stellvertretend.

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