Marodes Gebäude soll abgerissen werden – Grundstück für Neubau gesucht
Lichtenauer Schützen wollen neue Halle

Lichtenau (WB/han). Lichtenau braucht eine neue Schützenhalle. Vor 120 Jahren als Schafstall gebaut, 1956 zur Gemeindehalle umgebaut und 1976 um einen Anbau erweitert: Das Gebäude ist in die Jahre gekommen. Immer wieder haben die Aktiven des Heimatschutzvereins, der die Halle 1995 von der Stadt übernommen hat, saniert und ausgebessert, was gerade anfiel.

Mittwoch, 30.09.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 06:19 Uhr
Die Schäden an der 120 Jahr alten Lichtenauer Halle sind so groß, dass sich eine Sanierung nach Ansicht der Schützen wohl nicht mehr lohnt. Der Heimatschutzverein wünscht sich einen Neubau und sucht nach einem passenden Grundstück. Foto: Oliver Schwabe

Doch mittlerweile sind die Schäden so groß geworden, dass sie im Ehrenamt beim besten Willen nicht mehr behoben werden können. Die Wände sind feucht und bekommen, ebenso wie die Decken, Risse. Die Außenverschalung ist mit Asbest verkleidet. Brandschutz-, Sicherheits- und Fluchtwegekonzept sind längst nicht mehr ausreichend, und die Heizung muss erneuert werden.

Schützenhalle in Langenstraße als Vorbild

Die Schützen wünschen sich eine neue Halle, für die die Schützenhalle in Langenstraße bei Rüthen als Vorbild dienen soll. Sie wäre zweigeschossig mit einer Grundfläche von etwa 850 Quadratmeter (zurzeit sind es rund 1000). Im Obergeschoss kämen noch einmal 250 Quadratmeter hinzu. Vorgesehen sind zwei Hauptbereiche, die durch mobile Wände abgetrennt werden können, außerdem eine mobile Bühne, die flexibel genutzt werden kann, und eine Caterer-Küche mit Industriespülmaschine.

Die Mitgliederversammlung hat bereits im vergangenen Jahr den Vorstand beauftragt, den Bau einer neuen Halle voranzutreiben. Sie soll nicht nur von den Schützen genutzt werden. Geplant sind auch Vermietungen für private Feiern, Veranstaltungen der Lichtenauer Vereine oder auch gewerbliche Nutzungen wie Messen oder Verkaufsaktionen.

Ungeklärt ist allerdings der Standort. Denn im Quadrat Simon-Archenhold-Straße/ Schützenstraße/Dr.-Wolf-Straße befindet sich die Halle in einer Top-Lage Lichtenaus. Doch mitten im Wohngebiet genießt die alte Halle zwar Bestandsschutz, eine neue dürfte dort aber nicht gebaut werden. Die An- und Abfahrten (teilweise auch spät in der Nacht) bei größeren Veranstaltungen und die Lautstärke der Veranstaltungen selbst wären laut Lärmschutzgutachten nicht zulässig.

Die Lösungsidee

Die Lösungsidee der Schützen: Das Grundstück, auf dem sich jetzt die Halle befindet, könnte in Bauland umgewandelt werden und an die Stadt oder an Privatpersonen verkauft werden. Dass das grundsätzlich möglich wäre, habe der Vorstand bereits mit dem Bauamt abgeklärt. Auch konkrete Kaufinteressenten gebe es bereits. Der Grundstückstausch, so die Rechnung, soll ein Viertel der Baukosten, die auf 1,5 Millionen Euro geschätzt werden, einspielen. Außerdem planen die Schützen, einen Kredit aufzunehmen und Eigenleistung einzubringen. Darüber hinaus erhoffen sie sich Unterstützung durch die Stadt und andere Förderprogramme sowie durch die heimischen Vereine, die von der neuen Halle ja ebenfalls profitieren würden.

Als Standort sind verschiedene Grundstücke im Gespräch und auch bereits Gespräche mit Eigentümern geführt worden. Bisher allerdings ist noch kein Grundstück gefunden worden, bei dem kein Risiko durch Anwohnerklagen besteht – und dessen Eigentümer zum Verkauf bereit wäre.

Im Heimatschutzverein sind drei Arbeitsgruppen gebildet worden, die sich mit den Themen Standort, Finanzierung und Baukonzept beschäftigen und ein Konzept erarbeitet haben. Das haben die Schützen nun dem noch amtierenden Bürgermeister Josef Hartmann überreicht. Der neu konstituierte Rat wird sich dann damit beschäftigen. Bei der Übergabe mit dabei war auch das Hallenbau-Maskottchen Güni. Das Schaf in Uniform trat zum Kreisschützenfest 2013 in Lichtenau auf den Plan und soll nun Glück auf dem Weg zur neuen Halle bringen.

Weil wegen der Corona-Pandemie zurzeit keine Mitgliederversammlung möglich ist, können alle Interessierten das Konzept online einsehen: www.heimatschutzverein-lichtenau.de.

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