Fragen an die Bürgermeisterkandidaten für Lichtenau: Martina Wolf-Sedlatschek (Bündnis 90/Grüne)
„Der ÖPNV ist teilweise zu dünn“

Lichtenau (WB). Wer wird die neue Bürgermeisterin oder der neue Bürgermeister Lichtenaus? Die Bürger haben die Wahl unter zwei Frauen und zwei Männern. Was wollen sie anpacken, was qualifiziert sie, was machen sie in ihrer Freizeit? Das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT hat allen Bewerbern dieselben Fragen gestellt. Dieses Mal: Martina Wolf-Sedlatschek (Bündnis 90/Grüne)

Donnerstag, 03.09.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 15:48 Uhr
Martina Wolf-Sedlatschek im Weidengarten des OGS-Naturgartens.

Was fehlt in Lichtenau noch?

Martina Wolf-Sedlatschek: Der ÖPNV zwischen den einzelnen Ortschaften Lichtenaus ist teilweise sehr dünn. Jugendliche haben zum Beispiel keine Möglichkeit, nach den Angeboten des fifteens (Haus der offenen Tür) aus dem Kernort in die anderen Ortschaften zurückzukommen. Vielfach höre ich von Bürgerinnen und Bürgern, dass ihnen ein Drogerie-Markt in Lichtenau fehlt. Mir persönlich fehlt ein klares kommunales Konzept, um dem Flächenfraß durch immer neue Baugebiete entgegenzuwirken. Im Bereich Kultur fehlt mir die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure, da werden viele junge Künstlerinnen und Künstler nicht wahrgenommen.

 

Was qualifiziert Sie als Bürgermeisterin?

Wolf-Sedlatschek: Ich habe Erfahrung in der Lichtenauer- und Kreispolitik, bin gut vernetzt und habe einen guten Blick für die Herausforderungen der nächsten Jahre. Ich besitze die Fähigkeit, Menschen zu vernetzen, das Potenzial der/des Einzelnen zu erkennen und zu fördern. Das Studium als Diplom-Pädagogin für Erwachsenenbildung, meine Coaching-Ausbildung sowie meine berufliche Tätigkeit als Geschäftsführerin eines Jugendhilfeträgers, der den Betrieb des Offenen Ganztags und der Mensa in Lichtenau sicherstellt, ist hilfreich. Ich kenne die Lich­tenauer Verwaltung, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und weiß deren Engagement zu würdigen. Das ist eine gute und solide Basis für das Amt.

 

Was werden Sie als erstes anpacken, wenn Sie Bürgermeisterin sind?

Wolf-Sedlatschek: Tatsächlich ist es mir besonders wichtig, die bereits begonnenen Projekte zu einem guten Ende zu bringen. Die Bauprojekte rund um die Lichtenauer Schulen, die Feuerwehren und deren Ausstattung und die Findung von Möglichkeiten zu einer intensiveren Unterstützung – das war und ist mir ein besonderes Anliegen. Außerdem sehe ich die Herausforderungen des Klimawandels auch für Lichtenau und meine, wir sollten keine Zeit verlieren, um uns auf kommunaler Ebene damit intensiver auseinanderzusetzen.

 

Wie wollen Sie verhindern, das junge Leute aus Lichtenau wegziehen?

Wolf-Sedlatschek: Ich sehe gerade die umgekehrte Tendenz. Junge gebürtige Lichtenauer ziehen mit Partnerin oder Partner oder Familie zurück in ihren Heimatort. Lichtenau ist attraktiv für junge Familien! Die Nachfrage nach Bauplätzen zeigt dies deutlich. Es hat landschaftlich und kulturell einiges zu bieten, hier lassen sich Familie und Beruf gut vereinbaren, die gute Erreichbarkeit der Universität und von Paderborn allgemein, das alles macht Lichtenau attraktiv. Persönlich finde ich es gut, wenn junge Menschen eine Zeitlang den „Duft der großen weiten Welt“ schnuppern, um dann zu ihren Wurzeln zurückzukehren. Die Möglichkeit zur Rückkehr haben sie aber nur, wenn wir ihnen Arbeitsmöglichkeiten anbieten können. Bei der Wirtschaftsförderung ist noch Luft nach oben, dabei sollte das Label Energiestadt richtungsweisend sein.

Lesen sie hier auch die Antworten der drei anderen Kandidaten:

- Stephan Wink (parteilos)

- Ute Dülfer (parteilos)

- Josef Eich (CDU)

 

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