„Dalheimer Sommer“ im Lichtenauer Kloster wird in abgespeckter Form durchgeführt
Musik- und Theaterreihe trotz Corona

Lichtenau-Dalheim (WB). Die Musik- und Theaterreihe „Dalheimer Sommer“ im ehemaligen Kloster Dalheim findet trotz Corona statt. Die Stiftung Kloster Dalheim und der Verein der Freunde des Klosters Dalheim als Veranstalter präsentierten jetzt ihr Konzept. Erstmals wird der „Dalheimer Sommer“ komplett unter freiem Himmel stattfinden. Bei den Aufführungen sind jeweils anstatt rund 300 maximal 99 Gäste zugelassen.

Freitag, 05.06.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 07:35 Uhr
Das Festival geht komplett unter freiem Himmel über die Bühne. Zentraler Veranstaltungsort ist der Innenhof des ehemaligen Klosters. Foto: Per Lütje

Die Veranstaltungsreihe wagt in ihrer 23. Spielzeit die Erneuerung. Mit frischen Ideen und prominenter Besetzung will der Intendant, der österreichische Schauspieler und Regisseur Harald Schwaiger , weitere Besuchergruppen ansprechen. Unter dem Motto „Revolution!” laden vom 7. bis 23. August 13 hochklassige Veranstaltungen, darunter zeitgenössisches Theater („Judas”, „Gott des Gemetzels”), ein Gastspiel des Berliner Ensembles, Konzerte Alter Musik und prominent besetzte Lesungen in das ehemalige Kloster ein.

Der Intendant, der österreichische Schauspieler und Regisseur Harald Schwaiger.

Der Intendant, der österreichische Schauspieler und Regisseur Harald Schwaiger. Foto: Oliver Betke

Hygienekonzept

Die Corona-Pandemie stellt die Veranstalter vor große organisatorische Herausforderungen. In Abstimmung mit den örtlichen Behörden erarbeiteten die Verantwortlichen ein Hygienekonzept. Die Veranstaltungen werden in den barocken Ehrenhof der Klosteranlage verlegt. Unter Einhaltung der behördlichen Auflagen und geltenden Abstandsregeln können 99 Plätze je Veranstaltung zur Verfügung gestellt werden. Um Überschneidungen mit dem Museumspublikum zu umgehen und den Reiz der abendlichen Lichtstimmung einzufangen, werden die Abendvorstellungen auf 20 Uhr verschoben, während die Mittagsvorführungen auf 10 Uhr vorverlegt werden. Einbahnstraßenlösungen für die Wegeführung und ein Konzept für die Bewirtung liegen vor. Auch für die Künstler gelten besondere Auflagen: Die maximal erlaubte Ensemblestärke wurde auf sechs Personen begrenzt.

Inspiration und Ablenkung

„Zweifelsohne wird das ein anderer ‚Dalheimer Sommer‘, als wir ihn uns ursprünglich vorgestellt haben. Aber ich bin überzeugt, dass es ein guter ‚Dalheimer Sommer‘ werden wird. Ein sehr guter”, sagt der Geschäftsführer der Stiftung Kloster Dalheim, Ingo Gra­bowsky. Gemeinsam mit Intendant Harald Schwaiger hofft er nun auf eine gute Resonanz beim Publikum: „Gerade jetzt brauchen wir ein ausgewogenes Kulturangebot, das Inspiration und geistvolle Ablenkung bietet. Wir haben die Chance, gemeinsam etwas Einmaliges auf die Beine zu stellen. Der neue Dalheimer Sommer bietet hochkarätigen Kulturgenuss auf dem Land – unter freiem Himmel und im kleinen Kreis. Eine Wohltat in diesen Zeiten.” Der Verein der Freunde des Klosters Dalheim rief den „Dalheimer Sommer“ Anfang der 1990er Jahre ins Leben. Der Vereinsvorsitzende Hans-Dieter Seidensticker ist gespannt auf den Neubeginn unter veränderten Vorzeichen: „Kultur lebt durch Weiterentwicklung. Sie braucht den Mut zur Veränderung. Stillstand ist keine Lösung.”

Arendt und Beethoven

Das Festival widmet sich zu ihrer Zeit bahnbrechenden Musikern, Schriftstellerinnen und Philosophen. Werke von Beethoven, Hannah Arendt und Paul Simon stehen zum Beispiel auf der künstlerischen Agenda. Sie alle haben einen gemeinsamen Nenner. Intendant Schwaiger: „Ob musikalisches oder literarisches Genie – diese Werke waren oder sind für ihre Zeit revolutionär. Sie nehmen keine Rücksicht auf Komfortzonen, sondern stellen gesellschaftliche und künstlerische Ordnungen infrage. Ihre Kraft zieht uns bis heute in den Bann.” Der Intendant verspricht ein Programm, „das unsere Gäste in bester Art und Weise herausfordern und inspirieren wird“.

Die Organisatoren konnten prominente Unterstützung gewinnen. Mit dabei sind zum Beispiel der aus Paderborn stammende Intendant des Berliner Ensembles, Oliver Reese, der Burgschauspieler Wolfram Koch (Frankfurt-„Tatort“) oder die mit dem International Emmy Award als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnete Schauspielerin Anna Schudt („Ein Schnupfen hätte auch gereicht“).

Eintrittskarten

Karten für den „Dalheimer Sommer“ gibt es ab 25 Euro telefonisch (05292/9319-224, Montag bis Freitag von 9 17 Uhr) und über die Veranstaltungs-Website. Aufgrund der reduzierten Besucherzahl sind die bisherigen Platzkategorien hinfällig. Ab sofort werden deshalb keine Karten der Preiskategorien B bis D mehr angeboten. Es stehen nur Einzelplätze zur Verfügung. Auch Paare können aufgrund der Abstandsregel nicht eng zusammensitzen. Die Platzvergabe erfolgt vor Ort. Einlass ist eine halbe Stunde vor Beginn. Eine Maskenpflicht während der Veranstaltung besteht nicht, auf dem Weg zum Sitzplatz aber schon. Bereits erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit, können aber auch weiterverschenkt oder bis zum 30. Juni zurückgegeben werden. Weitere Informationen und das konkrete Programm gibt es unter www.dalheimer-sommer.lwl.org .

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