Im August verblutete ein Somali (25) aus Lichtenau in Köln – 26-Jähriger steht wegen Totschlags vor Gericht
Prozess um getöteten Flüchtling hat begonnen

Lichtenau/Köln (WB/mba). Im Fall eines Ende August 2019 in Köln getöteten Flüchtlings aus Somalia, der seit 2016 in einer städtischen Asylunterkunft in Lichtenau gelebt haben soll, hat am Land­gericht Köln der Prozess be­gonnen. Der Angeklagte, ein 26-jähriger Somali, dem Totschlag vorgeworfen wird, will sich in dem Prozess nicht äußern.

Sonntag, 31.05.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 08:38 Uhr
Der 26-jährige Angeklagte soll einen Mann am Kölner Ebertplatz durch einen Stich in den Hals getötet haben. Foto: dpa

Die Tat soll sich Ende August auf dem Kölner Ebertplatz abgespielt haben. Der Somalier soll am Sonntag, 25. August, gegen 4.45 Uhr seinen Landsmann mit einem Stich in den Hals getötet haben. Laut Anklage fügte er dem 25 Jahre alten Opfer die tödliche Verletzung mit einer „abgebrochenen Bierflasche, einem Messer oder einem ähnlichen Gegenstand“ zu.

Streit vorausgegangen

 

Vor der Tat hatte es laut Staatsanwaltschaft eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gegeben. Insgesamt zehn bis 15 Afrikaner sollen bei einer Kneipe am Westende des Platzes in Streit geraten sein. In dem Tumult soll der Angeklagte zunächst mit einem anderen Mann gestritten haben. Das spätere Opfer soll sich eingemischt haben. Dann habe der Angeklagte zugestochen. Der Stich durchtrennte die Halsschlagader des 25-Jährigen, er verblutete. Hintergrund des Streits soll laut einem Bericht des Kölner „Stadt-Anzeigers“ ein Konflikt zwischen rivalisierenden afrikanischen Dealerbanden gewesen sein. Der Angeklagte war geflüchtet, wurde aber unmittelbar nach der Tat an einer S-Bahn-Haltestelle in der Nähe festgenommen.

Der Fall hatte medial für Aufsehen gesorgt. Selbst NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) schaltete sich ein und forderte die Stadt Köln auf, konkrete Maßnahmen an Brennpunkten zu ergreifen. Der Ebertplatz galt lange als Brennpunkt der Drogenkriminalität. In die überregionalen Schlagzeilen geriet der Platz 2017 nach einem ebenfalls tödlich verlaufenen Konflikt zwischen Dealern. Durch eine Umgestaltung und Wiederbelebung wurde die Fläche gezielt aufgewertet, die Rede war vom „Wunder vom Ebertplatz“. Als Folge der jüngsten Gewalttat überwacht die Polizei den Platz seit Oktober 2019 mit Videokameras. Dennoch gebe es dort nach wie vor Drogenkriminalität, sagte ein Polizeisprecher. Zum Teil würden die Geschäfte nun außerhalb des Aufnahmebereichs der Kameras abgewickelt. „Dem tragen wir durch eine verstärkte Präsenz von Beamten Rechnung.“ Seit Jahresbeginn habe die Polizei am Ebertplatz 14 Verdächtige in Gewahrsam genommen.

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