Stadt Lichtenau sucht Standort und Betreiber für neue Kita in Atteln
Kinder brauchen mehr Platz

Lichtenau (WB/han). Im Altenautal werden die Kindergartenplätze knapp. Besonders im Familienzentrum Sonnenschein in Atteln wird es eng. Auf der Suche nach einer Lösung tendiert die Stadt offenbar dazu, einen externen Betreiber zu finden, der einen Neubau errichtet.

Donnerstag, 07.11.2019, 09:10 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 09:14 Uhr
Im Altenautal müssen die Kindergartenkinder schon jetzt zusammenrücken. Besonders im Familienzentrum in Atteln wird der Platz knapp, Container sind schon aufgebaut. Mit einen Neubau möchte die Stadt dauerhaft Abhilfe schaffen. Foto: Jörn Hannemann

Der Rat beschäftigt sich in seiner Sitzung an diesem Donnerstag mit dem Thema. Bereits beim Anmeldeverfahren für das laufende Kindergartenjahr, erläutert die Verwaltung, hätten sich im Altenautal und hier besonders in Atteln Schwierigkeiten ergeben, allen Eltern einen Kita-Platz anbieten zu können. Provisorisch gelöst ist das Problem für das aktuelle und das kommende Kindergartenjahr 2020/2021 zunächst durch eine zusätzliche vierte und eine fünfte Gruppe in Atteln, die in gemieteten Anbau-Modulen untergebracht werden.

In Husen (aktuell 52 Kinder) und Henglarn (aktuell 45 Kinder) dürfte nach der Prognose der Verwaltung der vorhandene Platz – wenn auch knapp – ausreichen. Bedarf für mindestens zwei weitere Gruppen gebe es am ehesten in Atteln. Gemeinsam mit dem Jugendamt des Kreises hat die Verwaltung bereits die Bedarfsplanung entsprechend angepasst und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht.

Nachdem alle drei Kindergärten im Altenautal bereits umgebaut worden sind, lässt sich der notwendige Platz für zwei weitere Gruppen laut Verwaltung in den jetzt vorhandenen Räumen nicht mehr schaffen. Daher müsse grundsätzlich über eine Erweiterung oder einen Neubau nachgedacht werden.

Die Verwaltung tendiert in ihrer Vorlage für die Ratssitzung dazu, nach einem externen Träger für einen weiteren Kindergarten im Altenautal zu suchen. Aktuell betreibt die Stadt selbst sechs eigene Einrichtungen in Atteln, Henglarn, Herbram, Holtheim, Husen und Kleinenberg. Im Kernort Lichtenau gibt es zwei Kindergärten: einen in Trägerschaft der Kirche, einen in Trägerschaft des DRK. Mit beiden Betreibern habe die Stadt sehr gute Erfahrungen gemacht.

Ein weiteres Argument für eine weitere externe Trägerschaft liefern die Finanzen. Denn die Beteiligung der Stadt ist deutlich geringer, wenn die Kirche, ein anderer freier Träger oder eine Elterninitiative die Einrichtung betreiben. Zwar lasse ein Gesetzentwurf den kommunalen Trägeranteil in allen Formen künftig sinken, dennoch bleibe es dabei, dass die Kosten der Stadt bei der Übernahme der Kita durch einen anderen Träger geringer ausfallen.

Geprüft hat die Verwaltung auch, ob es möglich ist, bestehende Gebäude im Altenautal provisorisch als Kindergarten zu nutzen. Das gestalte sich allerdings schwierig, weil die Lage städtischer Immobilien nicht ideal sei und zudem aktuell alle Gebäude ohnehin durch die Unterbringung von Flüchtlingen belegt seien. Grundsätzlich favorisiert die Verwaltung daher einen Neubau eines zusätzlichen Kindergartens in Atteln. Im Zuge der Sucher nach einem passenden Träger würde die Verwaltung auch mögliche städtische Flächen zur Realisierung des Bauvorhabens suchen und vorstellen.

Kommentar

Christoph Rüther, Bürgermeister in Lichtenaus Nachbarstadt Bad Wünnenberg, spricht immer wieder gern von einem »Luxusproblem«. Junge Familien schätzen offenbar die Vorteile des Kleinstadtlebens: Überschaubarkeit, trotzdem gute Infrastruktur, Natur vor der Haustür, eine vielfältige Vereinslandschaft und sicherlich nicht zuletzt im Vergleich zum Oberzentrum Paderborn bezahlbare (wenn auch ebenfalls steigende) Immobilien- und Grundstückspreise.

So erfreulich das für die wachsenden Orte ist, führt es allerdings zu größerer Nachfrage nach Baugrundstücken sowie Kindergarten- und Schulplätzen. Diesem »Luxusproblem« muss sich nun auch Lichtenau stellen.

Ein Neubau, der vielleicht auch Möglichkeiten für künftige Erweiterungen bietet, ist dabei sicherlich der zukunftsweisendste Weg. Bleibt zu hoffen, dass sich ein geeignetes Baugrundstück und ein engagierter Träger finden. Hanne Hagelgans

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