Wasseramsel ist nach Renaturierung an die Altenau in Atteln zurückgekehrt
Kleiner Vogel – gutes Zeichen

Atteln (WB/han). Fast 20 Jahre lang waren sie verschwunden. Jetzt sind die Wasseramseln nach Atteln zurückgekehrt und haben dort gebrütet – eine positive Folge der Altenau-Renaturierung, freut sich Ulrich Eichelmann.

Donnerstag, 02.05.2019, 21:30 Uhr
Junge Wasseramseln sind jetzt an der renaturierten Altenau in Atteln erstmals ausgeflogen. Foto: Ulrich Eichelmann

In den frühen 2000er Jahren, berichtet Eichelmann, habe es wohl zuletzt Wasseramseln an der Altenau gegeben. Der Naturschützer, der aus Atteln stammt und sich auch beruflich mit Gewässer-Ökologie befasst, führt die Rückkehr des kleinen Vogels direkt auf das Ablassen des Husener Sees vor drei Jahren zurück.

Das habe nämlich dazu geführt, dass das Wasser der Altenau sich durch den Wegfall der Seefläche und die höhere Fließgeschwindigkeit weniger aufheizen könne. An sonnigen Tage mache das einen Unterschied von etwa acht Grad Celsius aus. »Je kälter das Wasser ist, desto sauerstoffreicher ist es in der Regel auch«, erläutert Eichelmann.

Als positiv für die Ökologie des Flusses bewertet er außerdem eine weitere Maßnahme im vergangenen Jahr am Vorstau. Der so genannte Kleine See bei Husen wird durch den Eintrag von Sedimenten immer flacher und damit auch wärmer. Im vergangenen Jahr hat der Wasserverband daher innerhalb des Sees einen kleinen Damm und einen Kanal angelegt.

Das führt dazu, dass sich Altenauwasser und Seewasser weniger stark vermischen, das Wasser der Altenau schneller durch den See hindurchgeflossen ist und das Aufheizen sich so ebenfalls in Grenzen hält.

»Die Wasseramsel lebt von Insekten wie Köcherfliegen, Eintagsfliegen und Steinfliegen«, erläutert Eichelmann, »und die brauchen kaltes, sauerstoffreiches Wasser.« Die Rückkehr der Insekten durch die Renaturierung des Flusses habe also die Rückkehr der Wasseramsel zur Folge gehabt. Kurz nach Ostern seien die Jungtiere jetzt zum ersten Mal ausgeflogen.

Für die Brut genutzt haben die Wasseramseln einen Nistkasten, den Naturschützer unterhalb einer Altenaubrücke aufgehängt haben. Er soll das Nest unter anderem auch vor Waschbären schützen.

Der etwa 18 Zentimeter große Vogel, der aktuell nicht als gefährdet gilt, ist übrigens nicht mit der Amsel verwandt, dafür aber mit dem Zaunkönig. Ihre Nahrung erbeutet die Wasseramsel, indem sie zum Flusgrund taucht. Typisch für die Art sind ihr Blinzeln und hüpfende Bewegungen.

Nicht nur die Rückkehr der Wasseramsel ist für Ulrich Eichelmann und seine Mitstreiter ein positives Zeichen, dass die Altenaurenaturierung die gewünschten Effekte hat. Auch eine Mühlkoppe, ein etwa acht Zentimeter großes Fischchen, das im Attelner Volksmund wegen seiner typischen Form auch »Dickkopf« genannt wird, hat der Naturschützer kürzlich in der Altenau gefangen. »Die haben wir als Kinder überall in der Altenau gesehen, später kamen sie dann gar nicht mehr vor«, erinnert er sich.

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