Genossenschaft in Herbram-Wald plant für 2019 eine Verzinsung der Anteile
Energiedorf schreibt Gewinne

Lichtenau (WB). In der Generalversammlung der Genossenschaft Energiedorf Herbram-Wald sind die vorläufigen Unternehmenszahlen vorgestellt worden. Die Bilanzzahlen und das Ranking weisen nach den ersten fünf Betriebsjahren eine positive Entwicklung aus.

Mittwoch, 06.03.2019, 12:26 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 12:30 Uhr
Vorstand und Aufsichtsrat (von links) Stefan Schlüter, Hilde Cruse, Prokuristin Daniela Klösener, Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Beyer, Vorstandsvorsitzender Michael Klösener, Albert Kröhn, Günter Voß und Andreas Klüe.

Somit könne für dieses Jahr erstmals eine Verzinsung auf die eingezahlten Anteile der Genossenschaftsmitglieder prognostiziert werden, heißt es in einer Mitteilung. Vorstandsvorsitzender Michael Klösener dankte vor allem Manuel Köhler, Albert Kröhn und Karl Georg für ihre ambitionierte Arbeit seit Inbetriebnahme der Anlage. »Durch vorausschauende Planung und Kalkulation sind wir in der Lage, eine Unternehmensagenda für die nächsten fünf Jahre aufzustellen, die die Erweiterung des Geschäftsfeldes ermöglicht.« Dazu verwies Klösener auch auf das Informationsschreiben an alle Haushalte in Herbram-Wald aus dem Jahr 2011, in dem die Möglichkeiten zur Erweiterung beschrieben wurden.

Kernpunkt der Agenda ist die Erweiterung des Wärmenetzes sowie die Vermarktung des bereits verlegten Leerrohrnetzes für die Glasfasertechnik. Dazu hatte der Rat der Stadt Lichtenau im November 2018 einem Antrag für den Breitbandausbau in den Außenbereichen zugestimmt, dem sich überwiegend alle Kommunen des Kreises Paderborn angeschlossen haben. Nähere Ausführungen erhielten die Genossenschaftsmitglieder von dem neu gewählten Aufsichtsratsmitglied Günter Voß. Die Zusammenarbeit der Genossenschaft mit Voß reicht zurück bis zur Machbarkeitsstudie für die Umsetzung des Energiekonzeptes. Seine Arbeit in der Genossenschaft werde geprägt durch Netzwerkarbeit und Außendarstellung der Genossenschaft.

Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf Dächern

Zudem ist ein weiterer Kernpunkt der Agenda die Versorgung auch mit Strom aus Photovoltaik-Anlagen. Durch Nutzung der vorhandenen Infrastruktur beschloss die Generalversammlung dazu die Erarbeitung eines Konzeptes. Federführend für die Ausarbeitung ist hier ebenfalls das neu gewählte Aufsichtsratsmitglied Andreas Klüe von »Concept A Projektentwicklung« aus Bad Lippspringe. Geplant ist die zentrale Versorgung der Haushalte durch Nutzung vieler Dächer mit Photovoltaik durch das Energiedorf. Das Energiedorf erwirtschaftet die Erträge, und die Hauseigentümer erhalten im Gegenzug eine Vergütung für die Dachnutzung. »Eine klassische Win-Win-Situation«, sagte Michael Klösener. Das Konzept nehme Bezug auf den Antrag der schwarz-gelben Landesregierung NRW. Die Diskussion um den Kohleausstieg ist verbunden mit der Frage, wie die Energieversorgung in der Zukunft aussehen soll.

Weitere Referenten an diesem Tag waren Michael Berger vom Unternehmen »Immo 24«, der über die Vermarktungschancen von Bestandsimmobilien mit und ohne Anschluss an das Energiedorf sprach, und Frank Sander vom CDU-Stadtverband Lichtenau. Sander stellte einen Prototyp für eine Lichtenau-App vor, ein sogenannter digitaler Dorfplatz. Dieser ermögliche ein cleveres Zusammenleben, in dem alle lokalen Interessengemeinschaften mit­ein­ander vernetzt werden. »An diese effektive Kommunikationsmöglichkeit wollen wir uns auch anschließen«, betonte der Vorstandsvorsitzende abschließend.

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