Energiestadt als Studienobjekt in internationalem Austauschprogramm
Die Welt zu Gast in Lichtenau

Lichtenau (WB/han). Schnee hat Naveen aus Indien noch nie zuvor gesehen, während er für Anna aus der Ukraine nichts Außergewöhnliches ist. Beiden gemeinsam ist aber, dass sie sich im zurzeit verschneiten Lichtenau rundum wohlfühlen. So wie drei weitere Studenten, die zurzeit ein Praktikum in der Energiestadt absolvieren.

Samstag, 02.02.2019, 06:00 Uhr
Die Studenten Kawtar aus Marokko, Buse aus der Türkei, Anna aus der Ukraine, Naveen aus Indien und Antonio aus Italien halten sich sechs Wochen lang für ein Forschungsprojekt in Lichtenau auf. Günter Voß, Miriam Günther und Dr. Matthias Preißler von der Stadt Lichtenau sowie Linda Otto (AIESEC Paderborn) sind ihre Ansprechpartner vor Ort. Foto: Hanne Hagelgans

Sechs Wochen lang arbeiten und forschen sie im Technologiezentrum sowie in der Paderborner Uni. Eingeladen hat sie die internationale Studentenorganisation AIESEC (siehe Infokasten). Die Betreuung vor Ort in Lichtenau übernimmt Klimaschutzmanager Günter Voß mit seinem Team.

Er freut sich, dass Lichtenau als Energiestadt auch über das aktuelle Projekt hinaus immer wieder Besucher aus aller Welt anzieht. Die Windparks mit ihrer Infrastruktur und das Holzhackschnitzelwerk in Herbram gehören da auch für die Studenten Kawtar aus Marokko, Buse aus der Türkei, Anna aus der Ukraine, Naveen aus Indien und Antonio aus Italien ebenso zum Pflicht-Besuchsprogramm wie das Schulungszentrum des Windenergieanlagenherstellers Enercon.

Die Aufgabe der jungen Leute, die in unterschiedlichen Fachrichtungen studieren: Sie analysieren die Nutzung der erneuerbaren Energien vor Ort, ziehen Vergleiche zu ihren jeweiligen Heimatländern und überlegen, welche der Lichtenauer Ansätze sich auch auf die dortigen Situationen anpassen und nutzen lassen.

Sechs Wochen, noch bis Ende Februar, dauert ihr Aufenthalt in der Region. Die Hälfte der Woche sind sie in Lichtenau unterwegs oder arbeiten im Technologiezentrum, in der übrigen Zeit ist die Universität Paderborn ihr Arbeitsplatz.

Und damit sie ihre neue Heimat auf Zeit auch abseits der Forschungsarbeit ein wenig kennenlernen und natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommt, stehen immer wieder Ausflüge und Exkursionen auf dem Programm: ins Heinz-Nixdorf-Museumsforum, zum Kloster Dalheim, ins Paderborner Theater und zum Heimspiel des SCP.

Kultur und Mentalität in Deutschland lernen die weitgereisten Besucher außerdem ganz nebenbei am Esstisch und im täglichen Umgang kennen. Denn untergebracht sind sie in den Lichtenauer Gastfamilien Moog, Baum, Asche, Salinger und bei Bürgermeister Josef Hartmann.

Er fühle sich bestens betreut und aufgehoben und sei den Gastgebern sehr dankbar, erzählt Naveen und spricht dabei auch für seine Mitstreiter. Für einige von ihnen könnte der Aufenthalt in Lichtenau auch ganz handfeste Karrierechancen mit sich bringen. So ist unter anderem das international tätige Unternehmen Enercon, das sie während ihres Aufenthaltes in Lichtenau kennengelernt haben, immer an Nachwuchs interessiert.

Und auch für Lichtenau habe der internationale Austausch nur Vorteile, erläutert Klimaschutzmanager Günter Voß. Schließlich reisen die jungen Leute bald als Multiplikatoren und vielleicht auch als Führungskräfte von morgen zurück in ihre Heimat – und helfen so mit, den Ruf der Energiestadt Lichtenau in die ganze Welt zu tragen.

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