Neuer Altar der Pfarrkirche Kleinenberg wird konsekriert Weihe mit Seltenheitswert

Lichtenau-Kleinenberg (WB/han). So ein Ereignis wird es in den nächsten Jahrhunderten hier nicht noch einmal geben«, sagt Pastor Stefan Stratmann. Der neue Altar der Pfarrkirche Kleinenberg wird am Sonntag, 17. Dezember, geweiht.

Pastor Stefan Stratmann am neuen Altar.
Pastor Stefan Stratmann am neuen Altar. Foto: Besim Mazhiqi

In Zeiten, in denen Kirchen eher entwidmet und umgenutzt werden, hat eine Altarweihe Seltenheitswert. In der um 1746 erbauten St.-Cyriakus-Kirche im Marienwallfahrtsort Kleinenberg steht sie nun ins Haus. Während eines feierlichen Hochamts wird der Paderborner Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB den neuen Altar konsekrieren.

Zugleich dürfen die Gemeindemitglieder dann auch »ihre« Pfarrkirche wieder in Besitz nehmen. Denn die war seit den Erstkommunionen nach Ostern geschlossen und wurde im Inneren renoviert.

Viel heller und frischer präsentiere sie sich nun, sagt Pastor Stratmann. Die Wände sind gestrichen worden. Das Deckengemälde, das die Himmelfahrt Jesu zeigt, wurde gereinigt und der Ton des Himmels daraus aufgenommen und in der Deckenbemalung fortgesetzt, wo er sich nach und nach erdigeren Farben annähert.

Unter den Sitzbänken sorgt nun ein Holzpodest dafür, dass die Gläubigen während des Gottesdienstes keine kalten Füße bekommen. Der Hochaltar ist aufgearbeitet und auch die Orgel ist komplett gereinigt worden.

Und das Bild der »Maria der immerwährenden Hilfe«, das lange auf dem Speicher schlummerte, ist wieder in die Kirche eingezogen und hängt nun über dem Opferstock.

Angesichts all dieser Neuerungen war klar: Der Altar und der Ambo, hölzerne Provisorien aus den 1960er Jahren, mussten ebenfalls ersetzt werden. Die Steinbildhauerei Düchting aus Soest machte einen Vorschlag, der bei Kirchenvorstand und Erzbistum gut ankam.

Und so steht nun der neue steinerne Altar in der Kirche. Ein Altar im liturgischen Sinne sei er allerdings noch gar nicht, wie Pastor Stratmann erläutert. Nur darum, schmunzelt er, sehe er auch darüber hinweg, dass die Reinigungskräfte, die die Kirche vor der Wiedereröffnung noch auf Hochglanz bringen, einen Putzlappen dort abgelegt haben. Erst durch den Weiheakt während des Gottesdienstes werde er von einem steinernen Tisch zu einem wirklichen Altar, an dem die Wandlung stattfinden kann.

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, der auch Hauptzelebrant der heiligen Messe ist, werde den Altar unter anderem mit Weihwasser besprengen und mit Chrisam salben und an fünf Stellen Weihrauch entzünden. In einer kleinen Aussparung am hinteren Fuß des Altars werden Reliquien eines Heiligen eingesetzt.

In einer versiegelten Schachtel, etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel, und versehen mit einem Zertifikat, kommen sie aus Paderborn. Von welchem Heiligen sie stammen werden, weiß Pastor Stratmann noch nicht. Die Gemeinde habe hier auch kein Mitspracherecht.

Entscheidend, erläutert der Geistliche, sei aber auch nicht, von welchem Heiligen die Reliquien kommen, sondern dass sie überhaupt vorhanden seien. Denn das Einsetzen von Reliquien in den Altar gehe auf die christliche Urkirche zurück. Schon im frühen Christentum hätten die Gottesdienste an den Gräbern der Heiligen stattgefunden.

Das festliche Hochamt mit Altarweihe, mit dem zugleich die renovierte Pfarrkirche wieder in Gebrauch genommen wird, beginnt am dritten Adventssonntag um 10.15 Uhr. Wenn es beendet ist, ist der Steintisch zum Altar geworden. Und sollte danach noch einmal jemand einen so weltlichen Gegenstand wie einen Putzlappen achtlos dort ablegen, bekommt er es mit Pastor Stefan Stratmann zu tun...

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