Witzige Version des Shakespeare-Klassikers in Dalheim mit viel Musik Wilde Träume einer Sommernacht

Lichtenau (WB/ecke). Manch einer im Publikum rieb sich verwundert die Augen und mochte seinen Ohren nicht recht trauen: So hatte man Shakespeares »Sommernachtstraum« auf der Bühne noch nicht erlebt.

Der in einen Esel verwandelte Zettel (Till Krabbe) vergnügt sich mit der Elfenkönigin Titania (Sabine Fischmann).
Der in einen Esel verwandelte Zettel (Till Krabbe) vergnügt sich mit der Elfenkönigin Titania (Sabine Fischmann). Foto: Stienecke

Nur zwei Schauspieler, die in die zahlreichen Rollen schlüpften, ein Sänger und ein Musiker bot das vergnügliche Kammerspiel auf, das am letzten Wochenende des »Dalheimer Sommers« zwei Mal im Neuen Schafstall der Klosteranlage gezeigt wurde. Dabei lieferte das eingeladene »Holzhausen-Quartett« eine überaus witzige, frech umgetextete Version der Shakespeare-Komödie.

In kurzen, fast schon kabarettistischen Szenen huschen die beiden Darsteller durch die Handlung der Verwechslungskomödie, die im Reich des Elfenkönigs Oberon und seiner Gattin Titania spielt.

Sabine Fischmann glänzt in den diversen Frauenrollen und verhilft dem hüpfenden und krächzenden Gnom Puck zu seinen urkomischen Auftritten. Allein ihr Mienenspiel, die verdrehten Augen und der Schmollmund sind das Eintrittsgeld schon wert. Dazu verfügt sie über eine prima Chansonstimme, die sie in den zumeist gesungenen Dialogen prägnant einzusetzen versteht.

Ihr Bühnenpartner Till Krabbe steht ihr schauspielerisch nicht nach. Zu einem der Höhepunkte der Aufführung gehört sein Auftritt als der in einen Esel verwandelte Handwerker Zettel, der durch den Nektar der Zauberblume zum Liebhaber der Elfenkönigin Titania wird.

Gesanglich hat er es etwas schwerer, sieht er sich doch der Konkurrenz des geschulten Baritonsängers Berthold Possemeyer »ausgesetzt«, der in dem eigenwilligen musikalisch-literarischen Crossover-Projekt mit immer wieder eingestreuten Kunstliedern des Shakespearezeit brilliert und ansonsten hübsche Papierfiguren faltet, die anschließend als Requisiten im Stück ihre Verwendung finden.

Vierter im perfekt aufeinander eingespielten Quartett ist der Arrangeur und Pianist Markus Neumeyer, der bei der Aufführung dezent im Hintergrund die musikalischen Fäden in der Hand hält. Er hat die eingängigen Lieder, Intermezzi und Ensemblestücke komponiert, die so herrlich zünden.

Das Publikum spendet lang anhaltenden Beifall für den intelligent umgesetzten, amüsanten Bühnenklassiker.

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