Sennebad-Mitarbeiterinnen sind in Hövelhof seit der Schließung in anderen Verwaltungsbereichen im Einsatz
Ordnungsamt statt Beckenrand

Hövelhof -

Seit Mitte März vergangenen Jahres ist das Hövelhofer Sennebad geschlossen. Bei den drei Mitarbeiterinnen des Hallenbades kommt aber trotzdem keine Langeweile auf. Sie werden in anderen Bereichen der Gemeindeverwaltung eingesetzt: als Alltagshelferinnen in Kitas und im Ordnungsamt.

Montag, 01.02.2021, 04:52 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 05:00 Uhr
Jeden Morgen schaut Heike Ilchmann im Sennebad nach dem Rechten – um danach in neuer Funktion im Ordnungsamt weiterzuarbeiten. Foto: Jörn Hannemann

„Wir sind tieftraurig, dass das Bad geschlossen ist, aber natürlich auf der anderen Seite froh, dass wir noch Arbeit haben“, fasst Heike Ilch­mann die Gemütslage zusammen. Anders als ihre beiden Kolleginnen Judith Brüggemeier und Monika Austermeier „atmet“ die Meisterin für Bäderbetriebe trotz der Schließung noch jeden Morgen Hallenbad-Luft: bei ihren täglichen Kontrollgängen. „Um Verkeimung zu verhindern, spüle ich regelmäßig Toiletten, Duschabläufe und Leitungen und checke einmal alles durch, vor allem auch deshalb, weil das Hallenbad ja mit der daneben gelegenen Turnhalle verbunden ist. So ein Hallenbad kann man nicht einfach abschließen und sich nicht mehr drum kümmern“, sagt Ilch­mann.

Die Schließung im vergangenen März sei für sie und ihre Kolleginnen sehr plötzlich gekommen: „Wir hatten gerade erst noch ein Hygienekonzept erarbeitet, Laufwege abgeklebt, und von einem Tag auf den anderen war es dann vorbei mit unserer Arbeit im Hallenbad.“ Im Gegensatz zu anderen Hallenbädern konnte das Sennebad später auch nicht wieder öffnen, weil die Lüftungsanlage veraltet ist. Ilchmann, die ihren Beruf im benachbarten Schloß Holte-Stukenbrock gelernt hat, arbeitet seit September 2002 in Hövelhof: „Wenn ich früher morgens auf den Parkplatz des Sennebades kam, habe ich dort schon anhand der Geräusche gehört, ob die Technik in Ordnung ist“, kennt sie die Sportstätte wie ihre Westentasche.

Das Becken ist leer und mit Flatterband abgesperrt: Seit vergangenem März schwimmt hier niemand mehr. Auch wegen einer veralteten Lüftungsanlage bleibt das Sennebad weiterhin geschlossen.

Das Becken ist leer und mit Flatterband abgesperrt: Seit vergangenem März schwimmt hier niemand mehr. Auch wegen einer veralteten Lüftungsanlage bleibt das Sennebad weiterhin geschlossen. Foto: Jörn Hannemann

Nach der Schließung des Sennebades hat Heike Ilch­mann zunächst als Krankheitsvertretung im Bau- und Servicebetrieb (Bauhof) am Schierbusch ausgeholfen, vor allem bei der telefonischen Abfallberatung. „Ich hätte nie gedacht, dass das Thema Abfall so umfangreich ist“, bilanziert sie. Sie findet es spannend, auch einmal in andere Verwaltungsbereiche hineinzuschnuppern. Seit dem Sommer ist die „Sennebad-Chefin“ im Ordnungsamt im Einsatz, begleitet Kollegen zum Beispiel bei Kontrollgängen zur Einhaltung der Corona-Quarantäne („Bisher haben wir immer alle Hövelhofer, die unter Quarantäne standen, zu Hause angetroffen“) und pflegt und aktualisiert Corona-Listen des Kreisgesundheitsamtes.

Neue Berufsbekleidung: Bei ihren Kontrollgängen zieht Heike Ilchmann die neongelbe Warnweste über.

Neue Berufsbekleidung: Bei ihren Kontrollgängen zieht Heike Ilchmann die neongelbe Warnweste über. Foto: Jörn Hannemann

In einem ganz anderen Bereich sind ihre Kolleginnen Judith Brüggemeier und Monika Austermeier derzeit eingesetzt: Sie arbeiten als so genannte Alltagshelferinnen in Kindergärten. Das sind vom Land NRW im Rahmen der Corona-Pandemie mitfinanzierte Stellen, mit denen unter anderem den gestiegenen Hygieneanforderungen (Infektionsschutz, häufiges Händewaschen mit den Kindern, Küchendienst, Desinfektion) in Kitas Rechnung getragen werden sollen.

Judith Brüggemeier ist seit 2007 (zunächst als Auszubildende, seit 2010 als ausgelernte Fachangestellte für Bäderbetriebe) im Sennebad beschäftigt. Sie ist zurzeit als Helferin im Kindergarten Schulstraße tätig und bewertet die neue Tätigkeit sehr positiv. Sie habe auch bei Schwimmkursen schon immer gerne mit Kinder gearbeitet und finde sich in der Tätigkeit im Kindergarten gut wieder: „Ich schätze die freiere, kreative Arbeit im Kindergarten und die Arbeit im größeren Team, von dem ich sehr herzlich aufgenommen wurde“, berichtet Brüggemeier.

Als unmittelbaren Vorteil nennt sie die Arbeitszeiten an fünf Tagen in der Woche gegenüber der Sechs-Tage-Woche im Hallenbad im Zweischichtbetrieb. Aus ihrer bisherigen Tätigkeit vermisst sie die sportliche Betätigung im Bad, die Badegäste und insbesondere die Teilnehmer an den von ihr durchgeführten Kursen.

Monika Austermeier ist seit 2015 als Badewärterin im Sennebad beschäftigt. Sie ist dort für die Reinigung des Hallenbades zuständig, verfügt aber über die sogenannte Rettungsfähigkeit und wird deshalb zur Unterstützung der Schwimmmeister als Beckenaufsicht eingesetzt. Zurzeit arbeitet sie als Helferin im Familienzentrum Schatenstraße. „Ich bin insbesondere froh, weiterhin von der Gemeinde Hövelhof beschäftigt zu werden und bin gut ins Team des Familienzentrums integriert worden.“ Auch wenn es sich gegenüber ihrer bisherigen Tätigkeit um grundlegend andere Aufgaben handele, gelinge es ihr, ihre Kenntnisse und Erfahrungen aus dem Reinigungsbereich bei der Umsetzung der Hygienekonzepte mit einzubringen. „Trotzdem freue ich mich auf den Tag, wenn das Sennebad wieder öffnet “, sagt Monika Austermeier. Ihre beiden Kolleginnen stimmen da sicherlich ebenso zu wie die örtlichen Schulen, Schwimmvereine und andere Badegäste, die inzwischen seit fast einem Jahr „auf dem Trockenen sitzen“

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